Trumps Regierungsbildung: Chaos, die Erste

Kommentar16. November 2016, 17:00
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Die Vorgehensweise in Trumps Team bei der Regierungsfindung ist unkonventionell

Haltet euch fern! Sie sind wütend, arrogant und schreien 'Ihr habt verloren'. Das wird hässlich." Eliot A. Cohen, einst nationaler Sicherheitsberater unter Condoleezza Rice, warnt auf Twitter konservative Außenpolitikspezialisten vor einer Mitarbeit in Donald Trumps Team. Noch vor einer Woche hat er empfohlen, sich an der Regierungsbildung zu beteiligen, aus Pflicht dem Land gegenüber.

Cohens Warnung untermauert den Eindruck, dass die Vorgehensweise in Trumps Team bei der Regierungsfindung, sagen wir, unkonventionell ist. Rauswürfe (des hochangesehenen Mike Rogers), irritierende Nominierungen (des Ultrarechten Stephen Bannon) und eine unübliche Kommunikationsverweigerung (mit dem Weißen Haus) prägen die Übergangsphase bisher. Überraschend? Nicht, wenn man Trumps Managementstil kennt: kontroverse Ansätze aufeinanderprallen lassen, um zu sehen, was daraus entsteht. "Good cop, bad cop", sozusagen. Man wird sich wohl daran gewöhnen müssen. Und an ein Kommen und Gehen in Trumps Regierungsteam.

Am Mittwoch, bei seiner Rede in Athen zum Wert der Demokratie, nannte der scheidende Präsident Barack Obama die demokratische Regierungsform einen "verschlungenen Pfad" ohne Alternative. Deswegen müsse man Rückschritte in Kauf nehmen. Sofern Leute wie Stephen Bannon im Kampf um die Lösungen die Überhand gewinnen, ist jetzt wohl das Zeitalter der Rückschritte gekommen. (Manuela Honsig-Erlenburg, 16.11.2016)

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