Homöopath: Leibarzt der Queen am Kongress in Wien

16. November 2016, 14:56
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In Wien findet von 17. bis 19. November ein Homöpathiekongress statt – individualisierte Konzepte sind der Fokus der Veranstaltung

Die Fronten zwischen Skeptikern und Befürwortern bleiben starr, in Großbritannien hat die Homöopathie royale Rückendeckung: Thronfolger Prinz Charles minimiere so den Einsatz von Antibiotika bei seinen Schafen und Rindern, erzählte Peter Fisher, einer von rund einem Dutzend Leibärzten der Queen, beim ersten europäischen Homöopathiekongress in Wien.

Schon Queen Victoria soll der alternativmedizinischen Behandlungsmethode nicht abgeneigt gewesen sein, hieß es. Auch heute sei das britische Königshaus von der Wirksamkeit überzeugt, und zwar nicht nur in der Human-, sondern auch der Veterinärmedizin. Der Thronfolger nutze Homöopathie in Kombination mit konventioneller Medizin.

Hintergrund sei nicht zuletzt, den Einsatz von Antibiotika zu minimieren, schilderte der Humanmediziner Fisher, Klinischer und Forschungs-Leiter des Royal London Hospital for Integrated Medicine und Leibarzt von Königin Elizabeth II. Gerade bei großen Nutztieren könne man schon bei ersten Anzeichen erfolgreich mit der rund 200 Jahre alten Methode eingreifen, zeige sich Thronfolger Charles überzeugt.

Alte Kontroverse

Dass gerade Nutztiere so positiv reagieren, widerlege viele Skeptiker, die Wirkungen vor allem Zuwendung und Placebo-Effekt zuschreiben, so Fisher. Als Mitglied des WHO-Expertenpanels für traditionelle und komplementäre Medizin schilderte er den durchaus offenen Zugang der Weltgesundheitsorganisation zum Thema.

Grundsätzliche Kritik an Studien zur Nachweisbarkeit positiver Effekte äußerte der schwedische Arzt und Forscher Robert Hahn, der eine Verzerrung wissenschaftlicher Beweise sieht.

Kritik und Skepsis, aber auch standardisierte Ausbildung und Verfügbarkeit zählen zu den Schwerpunkten der Tagung. Internationale Experten widmen sich in rund 190 Vorträgen dem Thema "Homöopathie – individualisierte Medizin für Patienten aller Altersgruppen". Dabei sollen auch die aktuellsten Erkenntnisse über die Wirksamkeit bei Mensch und Tier diskutiert werden, die von Naturwissenschaftlern aufgrund der Nicht-Nachvollziehbarkeit infrage gestellt wird.

Eine zentrale Rolle spiele die Reduktion des Einsatzes von Antibiotika, Praxiserfahrungen auch aus Patientensicht und diversen Herausforderungen für die Zukunft. Einer aktuellen Untersuchung aus Frankreich deutet darauf hin, dass auch eine Reduktion des Einsatzes von Psychopharmaka zu beobachten ist.

Ins Leben gerufen wurde die Plattform vom Europäischen Komitee für Homöopathie (ECH), der internationalen Vereinigung für veterinärmedizinische Homöopathie (IAVH) und der Europäischen Föderation der homöopathischen Patienten Verbände (EFHPA). (APA, 16.11.2016)

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