Rechnungshof: Österreich fünftgrößter EU-Nettozahler

16. November 2016, 15:41
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Födertöpfe wurden wegen Mängeln in der Verwaltung nicht voll ausgeschöpft

Wien – Österreich hat im Jahr 2014 rund 1,3 Milliarden Euro mehr an die EU überwiesen, als es von dort zurückbekam. Das zeigt ein am Mittwoch veröffentlichter Rechnungshofbericht über die EU-Finanzen.

Gemessen am Bruttonationaleinkommen sind die Niederlande der größte Nettozahler (0,71 Prozent der Wirtschaftsleistung), gefolgt von Deutschland, Schweden und Finnland. Österreich liegt in diesem Vergleich auf Platz fünf (0,38 Prozent). Der größte Profiteur der europäischen Umverteilungsmechanismen ist demnach Ungarn vor Bulgarien und Litauen.

Deutsche zahlen 15,5 Milliarden mehr

In absoluten Zahlen ist natürlich Deutschland der größte Nettozahler. Die Zahlungen an die EU waren dort 15,5 Milliarden Euro höher als die Rückflüsse. In diesem Vergleich ist Polen der größte Nettoempfänger (plus 13,7 Milliarden Euro).

Wie der Rechnungshof vorrechnet, hätte Österreichs Nettobeitrag durchaus etwas niedriger ausfallen können. Die Ausnutzung der europäischen Agrar- und Sozialfonds lag nämlich nur bei 95 Prozent. Bei den Strukturfonds lag der Ausnutzungsgrad sogar nur bei 63 Prozent.

Der Grund dafür: Die EU-Kommission stellte seit 2012 immer wieder fest, dass es Mängel im heimischen Verwaltungs- und Kontrollsystem gab, und setzte deshalb Zahlungen an Österreich aus. Die Folge davon: In drei Bundesländern – Steiermark, Tirol und Vorarlberg – lag die Quote sogar unter 50 Prozent. (go, 16.11.2016)

  • Österreich schöpft EU-Töpfe wie jene für Landwirtschaft nicht voll aus.
    foto: apa/dpa/philipp schulze

    Österreich schöpft EU-Töpfe wie jene für Landwirtschaft nicht voll aus.

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