Feuchte Räume erhöhen Asthmarisiko

16. November 2016, 12:04
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Mangelnde Sorgfalt bei der Wärmedämmung von gebäuden kann Schimmel in Wohnungen verursachen – Wissenschafter warnen vor Asthmarisiko

Wer Schimmel in seiner Wohnung hat, hat ein Problem. Findet keine kontinuierliche Wohnraumbelüftung statt oder werden die Räumlichkeiten von den Bewohnern nicht ausreichend gelüftet, kann das zu einer Anreicherung von Feuchte im Innenraum führen. Das Ergebnis der überhöhten Luftfeuchtigkeit in Kombination mit kühleren Außenwänden sind ideale Bedingungen für Schimmelwachstum.

Ein weiteres Problem liegt in einem zu schnellen Bezug von neuen Gebäuden, denn eine zu hohe Baurestfeuchte kann ebenfalls innerhalb kürzester Zeit zu Schimmelbildung führen. Weitere häufige baubedingte Faktoren, die zu dessen Entstehung führen können, sind Baumängel wie Wärmebrücken, Mängel in der Ausführung der Dämmung, Wasserschäden durch schadhafte Leitungen oder ungünstig positionierte Möblierung, also dann, wenn die Luftzirkulation zwischen Wand und Möbel verhindert ist.

Zuerst feucht, dann Asthma

Die Anzahl der EU-Bürger inklusive Island, Norwegen und der Schweiz, die in feuchten Wohnungen leben, beläuft sich laut der Erhebung der IBP-Wissenschaftler auf zirka 84 Millionen. Es kann Folgen für die Gesundheit haben. So gilt Asthma längst als weit verbreitetes Krankheitsbild. In Europa sind etwa sieben Prozent der Erwachsenen davon betroffen. "In der von uns durchgeführten Grundlagenstudie konzentrierten wir uns auf den Zusammenhang zwischen Schimmel in Innenräumen und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner", erklärt Gunnar Grün, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IBP und Leiter der Abteilung Energieeffizienz und Raumklima.

"So haben wir die Risikowahrscheinlichkeit, an einer Atemwegserkrankung zu leiden, wenn man in Schimmel belasteten Räumen lebt, beziffert." In die am Fraunhofer IBP erstellte Grundlagenstudie flossen 170 wissenschaftliche Erhebungen ein. Diese basierten in erster Linie auf Beobachtungen und schlossen keine experimentellen Studien, wie klinische Versuche, mit ein.

Die Auswertung für die Meta-Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Atemwegsinfektionen und feuchten, schimmeligen Innenräumen. Die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken ist um 40 Prozent höher ist. In Bezug auf die Zahl der Europäer, die in feuchten Wohnungen leben, ergibt sich im Vergleich zur Bevölkerung in nicht-feuchten Wohnungen eine Anzahl von etwa 2,2 Millionen Menschen, die an Asthma leiden, gerade weil sie in einer belastenden Umgebung wohnen. (red/idw, 16.11.2016)

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