Deutscher Entwicklungsminister entschuldigt sich für Aussagen über Afrikaner

16. November 2016, 09:31
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CSU-Politiker Gerd Müller: "Aussage war zu undifferenziert"

Marrakesch/Berlin – Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller hat sich für Aussagen entschuldigt, in denen er pauschal afrikanische Männer beschuldigt, Geld für Alkohol, Drogen und Frauen zu verprassen. "Es tut mir leid, die Aussage war zu undifferenziert", sagte Müller am Dienstag in Marrakesch in Marokko, wo er an der Weltklimakonferenz teilnahm.

Wenn man die ganze Rede betrachte, werde deutlich, dass es ihm darum gegangen sei, die wichtige Rolle der Frauen und der Jugend für Afrikas Zukunft hervorzuheben, rechtfertigte sich der bayerische Politiker.

"Alkohol, Suff, Drogen, Frauen"

Der CSU-Minister hatte am 2. November bei einem Deutschlandkongress der Union in Bonn über das Leben in Afrika unter Berufung auf Forschungsergebnisse gesagt: "Wenn eine afrikanische Frau 100 Dollar verdient. Preisfrage: Wie viel bringt die nach Hause zur Familie? Die bringt 90 Dollar nach Hause. Wenn ein afrikanischer Mann 100 Dollar verdient, Preisfrage, Tobi, was bringt der nach Hause? 30 Dollar. Und Du weißt sicher, was er mit dem Rest macht (lacht): Nämlich Alkohol, Suff, Drogen, Frauen natürlich." Der afrikanische Mann investiere eben nicht in seine Kinder, in seine Familie, in Bildung und in Zukunft, ergänzte Müller.

Das Video von dem Auftritt war in der ZDF-Satiresendung "Heute-Show" gezeigt worden. Die Generalsekretärin der Sozialdemokraten, Katarina Barley, kritisierte Müllers Wortwahl scharf. "Das ist abstoßender Rassismus, schlecht als Pseudowissenschaft getarnt", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Solche Äußerungen sind eines Kabinettsmitgliedes nicht würdig." (APA, dpa, 16.11.2016)

  • Gerd Müller, Entwicklungsminister
    foto: reuters/carlo allegri

    Gerd Müller, Entwicklungsminister

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