Flughafen Köln/Bonn testet neues Sicherheitskonzept

16. November 2016, 10:43
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In Kürze soll ein neues System in den Probebetrieb gehen, das die Sicherheitskontrolle vereinfachen und beschleunigen soll

Köln/Bonn – Am Flughafen Köln/Bonn sollen neue Zeiten für Passagiere und Sicherheitskräfte anbrechen. Denn dort wird in wenigen Tagen die Sicherheitskontrollfläche "Easy Security" in den Probetrieb genommen.

"Easy Security" vereint den neuesten Stand der Technik mit Funktionalität und Ergonomie zu einem ganzheitlichen Konzept, heißt es in einer entsprechenden Aussendung: Bei konstant hohem Sicherheitsniveau soll der Kontrollprozess sowohl für Passagiere als auch für das Personal einfacher, effizienter und zugleich angenehmer gestaltet werden. Dafür wurden auf Initiative des deutschen Bundesinnenministeriums (BMI) und des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in enger Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort – der Bundespolizei, dem Flughafen Köln/Bonn, dem Sicherheitsdienstleister Kötter und der Lufthansa Group – die bestehenden Abläufe analysiert und Optimierungsmöglichkeiten identifiziert.

Im eigenen Tempo

"Easy Security" folgt dem Prinzip, dass jeder Fluggast grundsätzlich den Kontrollprozess in seinem eigenen Tempo durchlaufen kann, ohne andere Passagiere zu behindern oder selbst eingeschränkt zu werden. Das macht die Kontrolle für alle Beteiligten übersichtlicher und entspannter – sowohl für die Passagiere, als auch für die Mitarbeiter.

Künftig können bis zu fünf Fluggäste gleichzeitig ihre Gepäckwannen am Band befüllen und individuell auflegen. Das soll folgenden Vorteil bringen: Wer als Passagier gut auf die Kontrollen vorbereitet ist und seine Gegenstände im Handgepäck griffbereit hat, spart wertvolle Zeit. Wer hingegen mehr Zeit oder auch Unterstützung benötigt, kann diese stressfrei in Anspruch nehmen.

Ziel ist ein gleichmäßiger Zulauf von zu kontrollierendem Gepäck, das konstant durch eine Röntgenanlage läuft und durch mehrere Auswerter überprüft wird, während die Fluggäste selbst mithilfe der neuesten Generation der Sicherheitsscanner kontrolliert werden.

Behörden und Luftverkehrswirtschaft kooperieren

An dem Projekt zum Passagiersteuerungs- und Sicherheitskontrollverfahren, aus dem "Easy Security" entstanden ist, arbeiten mit dem BMI und dem BDL erstmals Behörden und Luftverkehrswirtschaft in dieser Form zusammen. Ziel ist es, den gesamten Prozess der Sicherheitskontrolle am Flughafen zu optimieren. Dabei werden seit 2014 in mehreren Pilotverfahren Optimierungsmöglichkeiten, u.a. bei Planung, Passagiersteuerung und -information sowie bei der Kontrollstellengestaltung getestet. Weitere wichtige Erkenntnisse zum Ablauf lieferten dabei Bundespolizei, Flughafenbetreiber, Sicherheitsdienste und Fluggesellschaften.

Durch eine möglichst ganzheitliche Betrachtung sollen Teilprozesse besser verzahnt und damit der Gesamtablauf unter Beibehaltung des hohen Sicherheitsniveaus effizienter gestaltet werden. Entwickelt werden soll ein Sicherheitssystem, das an die jeweiligen Bedürfnisse und Gegebenheiten anderer Flughäfen angepasst werden kann.

Sicherheitspannen im Sommer

Steigende Fluggastzahlen bei gleichbleibender Fläche stellen die Branche vor Herausforderungen und verlangen eine Anpassung der Prozesse am Boden. Der Köln-Bonner Flughafen rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum des Passagieraufkommens um 13 Prozent auf die Rekordzahl von 11,7 Millionen, wie die F.A.Z berichtet.

Der sechstgrößte deutsche Flughafen war zuletzt durch mehrere Sicherheitspannen aufgefallen. Erst deckten EU-Kontrolleure Sicherheitsmängel bei den Passagierkontrollen auf. Im Frühjahr gelangten dann zweimal Personen unkontrolliert in den Sicherheitsbereich. In den Sommerferien kam es wegen Personalengpässen zeitweise zu langen Warteschlangen vor den Checks, die der Sicherheitsdienstleister Kötter im Auftrag der Bundespolizei vornimmt. (red, 16.11.2016)

  • Darstellung des neuen Sicherheitskonzepts am Flughafen Köln/Bonn. Bei konstant hohem Sicherheitsniveau soll der Kontrollprozess durch "Easy Security" sowohl für Passagiere als auch für das Personal einfacher, effizienter und zugleich angenehmer gestaltet werden.
    foto: obs/bdl

    Darstellung des neuen Sicherheitskonzepts am Flughafen Köln/Bonn. Bei konstant hohem Sicherheitsniveau soll der Kontrollprozess durch "Easy Security" sowohl für Passagiere als auch für das Personal einfacher, effizienter und zugleich angenehmer gestaltet werden.

  • Auch Ganzkörperscanner kommen zum Einsatz.
    foto: apa/dpa/oliver berg

    Auch Ganzkörperscanner kommen zum Einsatz.

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