Rudy Giuliani könnte US-Außenminister werden

16. November 2016, 09:03
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New Yorks Ex-Bürgermeister steht dank seiner Loyalität zu Trump vor einem Karrieresprung. Im Team wird bereits um Posten gerangelt

Washington – Eine Woche nach seinem überraschenden Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl arbeitet der designierte Präsident Donald Trump mit Hochdruck an der Zusammenstellung seines Kabinetts.

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani ist offenbar einer der heißesten Anwärter auf das Amt des Außenministers, wie Äußerungen von Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway im Fernsehsender Fox News vermuten ließen. Medienberichten zufolge brechen im Trumps Team aber auch erste offene Machtkämpfe aus.

"Sein Name wurde sehr ernsthaft als Außenminister genannt", sagte Conway dem Sender Fox News mit Blick auf Giuliani. "Es ist ein Job, für den er qualifiziert ist und den er außergewöhnlich gut machen würde." Der frühere New Yorker Bürgermeister gilt als einer der engsten Vertrauten von Trump. Er hatte den Milliardär im Wahlkampf anders als viele Republikaner-Kollegen vorbehaltlos unterstützt.

Eigentlich als Justizminister gehandelt

Ursprünglich war der 72-jährige Giuliani als künftiger Justizminister gehandelt worden. Er selbst hatte zunächst auch im Fernsehen erklärt, dass er sich dieses Amt zutraue. Am Montag dann sagte er aber überraschend bei einer Veranstaltung in Washington, dass er nicht das Justizressort leiten wolle.

Giuliani war wegen seiner Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung in New York und vor allem wegen seines beherzten Einsatzes nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 einst parteiübergreifend bewundert worden. Bei vielen US-Bürgern hat Giuliani durch seine Allianz mit Trump und zum Teil bizarre Wutattacken im Wahlkampf an Ansehen eingebüßt. Für seinen wild gestikulierenden Parteitagsauftritt erntete er beispielsweise viel Spott aus der US-Comedybranche.

Der Sender CNN berichtete, Trump prüfe allerdings noch, ob Giulianis Geschäftsbeziehungen – darunter seine Lobbyistentätigkeit für einen venezolanischen Ölkonzern – einer Berufung ins Amt des Außenministers entgegenstehen könnten. Für den Posten kommt Berichten zufolge auch der frühere UN-Botschafter der USA, John Bolton, infrage. Der scharfe UN-Kritiker ist wie Giuliani, der ihn am Montag als "sehr gute Wahl" bezeichnete, ein Falke. Auf die Frage, ob es noch eine bessere Wahl als Bolton gebe, sagte Giuliani: "Vielleicht ich, ich weiß es nicht."

Harte Kämpfe

CNN zitierte eine Quelle aus dem Umfeld des Übergangsteams, wonach hart um die zu vergebenden Kabinettsposten gerungen werde – es sei wie bei einem "Messerkampf". Neben Giuliani und Bolton sind demnach auch der ehemalige General Michael Flynn und Senator Jeff Sessions aus Alabama aussichtsreiche Anwärter auf einen Platz am Kabinettstisch.

Bereits am Sonntag hatte Trump seine ersten wichtigen Personalentscheidungen getroffen. Zum Chefstrategen im Weißen Haus ernannte der 70-Jährige seinen ultrarechten Wahlkampfmanager Stephen Bannon, Republikaner-Parteichef Reince Priebus soll Stabschef werden.

Spekulationen entzündeten sich am Dienstag an dem Rückzug von Mike Rogers, der im Übergangsteam für die nationale Sicherheit zuständig war. Zuvor hatte Trump bereits mit der Degradierung des Gouverneurs des Bundesstaats New Jersey, Chris Christie, vom Posten des Leiters seines Übergangsteam zu einem von mehreren Stellvertretern für Unruhe gesorgt. Christie wurde durch den designierten Vizepräsidenten Mike Pence ersetzt. (APA, 16.11.2016)

  • Einst Volksheld, bald womöglich Außenminister.
    foto: joe raedle/getty images/afp

    Einst Volksheld, bald womöglich Außenminister.

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