Remis reicht ÖFB-U21 in Spanien nicht

15. November 2016, 20:12
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EM-Ticket hauchdünn verpasst – Schiri-Fehlentscheidung und gelb-rote Karte für Schöpf als Vorentscheidung

Albacete – Österreichs U21-Fußball-Nationalteam muss weiter auf die Premiere bei einer Europameisterschaft warten. Die Schützlinge von Teamchef Werner Gregoritsch holten zwar am Dienstag im Play-off-Rückspiel für die EM 2017 in Polen beim großen Favoriten Spanien in Albacete ein achtbares 0:0, zogen aber nach dem 1:1 in St. Pölten am Freitag aufgrund der Auswärtstorregel den Kürzeren.

Die ÖFB-Auswahl scheiterte damit zum zweiten Mal nach 2008 im Play-off. Das Out war durchaus gerechtfertigt, nach dem Seitenwechsel zeigten die Spanier im Estadio Carlos Belmonte ihr wahres Gesicht und hätten eigentlich treffen müssen, ein starker Goalie Daniel Bachmann hatte da aber einige Male etwas dagegen. Alessandro Schöpf sah in der Schlussphase eine umstrittene Gelb-Rote Karte (81.).

Gregoritsch hatte vor der Partie gemeint, Spanien könne nicht auf 0:0 spielen. In den ersten 30 Minuten in Albacete sah es aber doch ein bisschen danach aus. Der Respekt der Gastgeber schien ziemlich groß. Die ÖFB-Auswahl konnte nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch mithalten und hatte zum Teil auch die besseren Momente. Bei einem Gregoritsch-Weitschuss hatte Goalie Kepa Arrizabalaga seine Mühe (22.).

Ausgleichende Ungerechtigkeit

Von den Spaniern war überraschend wenig zu sehen, das erste Highlight war keine Topchance, sondern eine strittige Situation. Philipp Mwene bekam bei einer Gaya-Hereingabe den Ball an die Hand, der niederländische Schiedsrichter Serdar Gözübüyük ließ weiterspielen (30.). Drei Minuten später hätte Philipp Lienhart bei einer Kopfball-Rückgabe beinahe Tormann Daniel Bachmann überrascht. Der Führung näher waren aber die Gäste, ein Schoissengeyr-Kopfball nach Schöpf-Ecke verfehlte das Tor (41.). Zudem blieb die Pfeife des Referees bei einer Attacke von Jorge Mere an Schöpf im Strafraum neuerlich stumm (43.) – damit wohl ausgleichende Ungerechtigkeit.

Nach dem Seitenwechsel legten die Spanier dann aber deutlich zu, auch wenn Österreich die erste Chance vorfand. Ylli Sallahi prüfte Arrizabalaga mit einem Weitschuss ordentlich (58.). Die Österreicher zollten wohl auch dem hohen Laufpensum in der ersten Hälfte Tribut, die Iberer kombinierten deutlich besser und hätten auch in Führung gehen müssen.

Spaniens U21-Rekordspieler und -Rekordschütze Gerard Deulofeu scheiterte aber mit einem Abschluss aus der Drehung aus acht Metern am starken Bachmann (60.). Gleich darauf ging ein Merino-Kopfball drüber (61.). Zudem schob der im Gegensatz zum Hinspiel in die Mannschaft gerückte Borja Mayoral den Ball aus bester Position knapp am Tor vorbei (71.).

Das sollte sich aber nicht mehr rächen, die Gastgeber kontrollierten das Geschehen und ließen keine Chance mehr zu. Selbst kamen sie dem 1:0 noch zweimal sehr nahe. Deulofeu ließ eine Top-Gelegenheit ungenützt (87.), Mayoral scheiterte am einmal mehr glänzend reagierenden Bachmann (92.). Da war Schöpf schon nicht mehr am Platz, er hatte in der 81. Minute eine strittige Gelb-Rote Karte gesehen. (APA, 15.11.2016)

Fußball-U21-EM-Qualifikation – Play-off, Rückspiel:

Spanien – Österreich 0:0. Albacete, Estadio Carlos Belmonte, SR Serdar Gözübüyük (NED). Hinspiel: 1:1 – Spanien aufgrund der Auswärtstorregel für die EM 2017 in Polen qualifiziert.

Spanien: Arrizabalaga – Castro, Mere, Vallejo, Gaya – Niguez, Merino, Torres (69. Asensio) – Deulofeu (89. Williams), Mayoral, Suarez (94. Llorente)

Österreich: Bachmann – Mwene, Schoissengeyr, Lienhart, Sallahi – Wydra (89. Kvasina), Schlager (79. Jäger) – Schöpf, Laimer (80. Dovedan), Schaub – Gregoritsch

Gelb-Rote Karte: Schöpf (81./Foul)

Gelbe Karten: Merino, Torres, Suarez bzw. Wydra, Dovedan, Gregoritsch

Stimmen

Daniel Bachmann (ÖFB-U21-Tormann): "Es ist im Moment sehr bitter für uns alle. Wir haben in der Gruppenphase Deutschland und Russland gehabt und jetzt im Play-off noch mit Spanien das schwerste Los bekommen. Wir können uns nichts vorwerfen und haben uns, denke ich, teuer verkauft. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren hart gearbeitet, aber die Leistung bringt uns jetzt auch nichts. Die Enttäuschung ist sehr groß."

Werner Gregoritsch (ÖFB-U21-Teamchef): "Ich bin sehr traurig und wehmütig, aber auch stolz auf das Auftreten und die Leistung meiner Mannschaft. Wie sich das Team in beiden Spielen gegen den großen Favoriten präsentiert hat, ist unglaublich. Am Ende sind wir jetzt durch einen fragwürdigen Elfmeter im Hinspiel ausgeschieden. Ich denke, dieses österreichische U21-Nationalteam hat in diesen beiden Spielen etwas geleistet, was noch nicht oft da gewesen ist. Zweimal gegen Spanien nicht zu verlieren, ist eine Riesenleistung. Es ist viel Qualität da, das ist sehr positiv für die Zukunft des österreichischen Fußballs."

  • Österreichs U21 hat alles gegeben und ist erst auf den letzten Metern Richtung EM gescheitert.
    foto: apa/pfarrhofer

    Österreichs U21 hat alles gegeben und ist erst auf den letzten Metern Richtung EM gescheitert.

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