Akkulaufzeit und Speicher: Smartphone-Updates als Lotteriespiel

27. November 2016, 11:09
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Versionsupgrades des Betriebssystems bringen teils erhebliche Einschränkungen oder Verbesserungen

Eigentlich ist es ja ein Grund zur Freude, wenn Hersteller ihre mobilen Geräte mit der neuesten Version ihres Betriebssystems versorgen. Denn damit erhält man Zugriff auf viele neue Features und Erleichterungen. Und oft bringen aktuelle Ausgaben auch neue Mechanismen, um die Akkulaufzeit der Geräte zu verbessern – jedenfalls in der Theorie.

Die Praxis sieht allerdings anders aus, wie eine Untersuchung der britischen Konsumentenschutzorganisation "Which?" ergeben hat. Sie haben auf verschiedenen Smartphones und Tablets Updates eingespielt, und einen Vergleich hinsichtlich Speicherbelegung und Akkulaufzeit vorgenommen.

Mehr freier Speicher, längere Laufzeit

Dabei stellte sich heraus, dass Softwareupdates mitunter einem Lotteriespiel gleichen. Positiv wirkte sich etwa die letzte Aktualisierung für das Samsung Galaxy Tab A aus. Sie brachte eine Verbesserung der Akkulaufzeit beim Webbrowsen von 749 auf 1.028 Minuten, also gut 4,5 Stunden.

Das Apple iPad Air 2 verbesserte sich beim Sprung von iOS 8 auf iOS 10 um gut zwei Stunden. Beim Smartphone Motorola Moto X Force wiederum wurde mehr Speicher frei, nach der Aktualisierung standen statt 21,55 nunmehr über 24 GB zur Verfügung.

Weniger Speicher, geringere Laufzeit

Allerdings gibt es auch krasse Gegenbeispiele. Das Surface Pro 3 büßt bei einer Aktualisierung von Windows 8.1 auf Windows 10 satte 30 GB an Speicher ein. Und aktualisiert man das Galaxy Tab S2 9,7 von Android 5 auf Android 6, verliert man drei GB von den ursprünglich 24 GB, die frei waren.

Updated man das iPhone 6 von iOS 8 auf iOS 10 sinkt die Akkuleistung um 38 Minuten. Besonders heftig sind die Einbußen beim Google-Handy Nexus 6P. Dieses schafft beim Internet-Ausdauertest nach der Aktualisierung von Android 6 auf die aktuelle Version 7 nur noch 535 Minuten statt 716 Minuten Betrieb – ein Minus von drei Stunden.

Hersteller sollten klarer informieren

"Wenngleich Updates die Performance unserer Smartphones und Tablets verbessern sollten, kann mitunter das Gegenteil eintreten", erklärt dazu "Which?"-Redakteur Richard Headland. Da man sich im Alltag stark auf diese Geräte verlasse, fordern die Konsumentenschützer die Hersteller auf, Kunden künftig besser über mögliche Nachteile von Aktualisierungen in Kenntnis zu setzen.

Zum Verfahren: Smartphones wurden laut "Which?" mittels Dauertelefonaten und Surfen per 3G auf ihre Ausdauer geprüft. Bei Tablets prüfte man sowohl die Akkulaufzeit beim Browsern per WLAN und bei kontinuierlicher Videowiedergabe. Beim Speichervergleich wurde der freie Platz bei den Geräten im Auslieferzustand und nach Installation aller verfügbaren Systemupdates eruiert. (gpi, 27.11.2016)

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  • Das Nexus 6P soll mit dem Android 7-Update deutlich an Laufzeit eingebüßt haben.
    foto: derstandard.at/proschofsky

    Das Nexus 6P soll mit dem Android 7-Update deutlich an Laufzeit eingebüßt haben.

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