EU-Kommission: Milch- und Schweinebauern profitieren vom Freihandel

15. November 2016, 15:00
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Hogan: Bei empfindlichen Produkten wie Rindfleisch und Reis aufpassen – Katainen: Ergebnis der Studie wäre im Vorfeld von CETA nützlich gewesen

Brüssel – Die EU-Kommission versucht die Vorteile des Freihandels im Agrarbereich zu unterstreichen. Bei der Präsentation einer Studie über die Auswirkungen von Freihandelsabkommen auf den Landwirtschaftsbereich sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Gewinner könnten die Exporteure von Schweinefleisch und Milcherzeugnissen sein. Bei "empfindlichen" Produkten wie Rindfleisch und Reis müsse man aber aufpassen.

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, erklärte am Dienstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Hogan, die Ergebnisse der Studie wären im Vorfeld des EU-Kanada-Freihandelsabkommens Ceta "nützlich gewesen". Allerdings seien bereits bei Ceta die Probleme beim Rindfleisch akzeptiert worden, wie die Zollkontingente zeigten.

Meiste Zölle durch Ceta weg

Katainen lobte die Bedeutung des Freihandels für die Landwirtschaft. So würden mit dem Inkrafttreten von Ceta 92,2 Prozent der Landwirtschaftszölle abgeschafft. Es sei ein Zollkontingent für Rindfleisch von 46.000 Tonnen über fünf Jahre bei der Einfuhr vereinbart worden. Die EU-Exporte bei Agrarrohstoffen würden aber 1,5 Millionen Arbeitsplätze betreffen, darüber hinaus 650.000 Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie. Die EU werde einen großen Vorteil aus dem Handel in diesem Bereich ziehen.

Dies habe sich schon beim Freihandelsabkommen mit Südkorea gezeigt. Die Agrarexporte nach Korea seien um 37 Prozent gestiegen und hätten 2015 ein Volumen von 2,4 Mrd. Euro erreicht. Ausfuhren von Molkereierzeugnissen nach Südkorea haben sich laut Katainen verdoppelt, bei Fleisch habe es eine Zunahme der Ausfuhren um 14 Prozent gegeben.

"Gemäßigte Forderungen"

Hogan verwies darauf, dass in den EU-Verhandlungen unter den Mercosur-Ländern (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay als Gründungsländer sowie Venezuela und Bolivien) die Brasilianer schon mit "gemäßigteren Forderungen" an die Europäer herangingen. Das jüngste Angebot in den mehr als zwölf Jahren laufenden Verhandlungen enthalte "nicht mehr so ehrgeizige" Forderungen wie zuvor.

Der EU-Agrarkommissar sieht auch den Fernen Osten als Hoffnungsziel für die Europäische Union. Marktlücken sollten geschlossen werden. Katainen und er selbst versuchten in ständigem Kontakt in Fernost, Märkte für verarbeitetes Fleisch zu öffnen, "mit Riesenchancen für qualitativ hochwertige Erzeugnisse aus der EU".

Katainen meinte, für hochwertige europäische Agrarprodukte ergebe sich aus der Studie ein positives Gesamtbild. Sensible Sektoren würden durch begrenzte Zollkontingente geschützt. (APA, 15.11.2016)

  • Milchbauern könnten von steigenden Exporten profitieren, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan am Dienstag.
    foto: dpa / aspersen

    Milchbauern könnten von steigenden Exporten profitieren, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan am Dienstag.

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