Merkel will nach Trump-Sieg Debatte über Globalisierung führen

15. November 2016, 13:12
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Die deutsche Kanzlerin will die Globalisierung "gestalten", nicht zurückdrehen

Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will nach dem US-Wahlsieg von Donald Trump die Debatte über Chancen und Risiken der Globalisierung zu einem der großen Themen der deutschen G-20-Präsidentschaft machen. "Diese Auseinandersetzung über Offenheit oder Abschottung wird uns in den nächsten Jahren sehr stark beschäftigen", sagte sie am Dienstag in Berlin.

Da Deutschland in diesem Jahr Gastgeber der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer sei, wolle sie dieses Thema dort auf die Tagesordnung setzen. Der G-20-Gipfel findet im nächsten Juli in Hamburg statt.

Merkel ergänzte, die Globalisierung dürfe nicht durch Abschottung und Protektionismus zurückgedreht werden. "Wir müssen die Globalisierung multilateral gestalten." Trotz einiger negativer Effekte habe sie zur Armutsminderung beigetragen. Europa müsse in Freihandelsabkommen, die zuletzt in zahlreichen Ländern massiv in der Kritik standen, zusammen mit Amerika Standards setzen. Dies dürfe nicht in Freihandelsabkommen zwischen China und anderen asiatischen Staaten geschehen.

Die EU hatte kürzlich trotz heftiger Widerstände in einigen Mitgliedsländern das Freihandelsabkommen Ceta mit der kanadischen Regierung unterzeichnet. Der Ratifizierungsprozess dazu läuft noch. Das Handelsabkommen TTIP mit den USA liegt allerdings seit längerem auf Eis und gilt durch den Wahlsieg von Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen als praktisch tot. (APA/Reuters, 15.11.2016)

  • Angela Merkel will über "Abschottung und Offenheit" reden.
    foto: apa / afp / macdougall

    Angela Merkel will über "Abschottung und Offenheit" reden.

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