Jeder Fünfte fürchtet Arbeitslosigkeit

16. November 2016, 10:30
23 Postings

Österreicher blicken pessimistisch in die Zukunft: Fast die Hälfte meint, dass sich die Arbeitswelt zum Negativen verändern wird

Zwei Drittel glauben, dass es immer schwieriger wird einen Job zu finden. Das zeigt eine Umfrage von meinungsraum.at unter 1000 österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Ein Drittel fühlt sich demnach von der steigenden Arbeitslosigkeit zutiefst verunsichert. 20 Prozent haben sogar Angst, dass sie irgendwann arbeitslos werden.

Negativ eingestellt sind bereits die Jungen: Rund ein Viertel (24 Prozent) der Unter-30-Jährigen glaubt, dass sie nur schwer einen neuen passenden Job finden werden. In der Gruppe der 30-39-Jährigen ist es fast jeder Dritte.

Arbeitszufriedenheit sinkt

Die große Unsicherheit schlägt sich auch negativ auf die Arbeitszufriedenheit nieder. Bei den Arbeitnehmern, die pessimistisch in die Zukunft blicken, sind nur 59 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden. Von jenen, die optimistisch eingestellt sind, liegt die Arbeitszufriedenheit mit 81 Prozent deutlich höher.

"Das ist bedenklich, wenn man davon ausgeht, dass sich die wirtschaftliche Lage nicht so schnell stabilisieren wird. Zudem wirkt sich mangelnde Arbeitszufriedenheit negativ auf die Arbeitnehmer-Gesundheit aus", sagt dazu meinungsraum.at-Studienleiter Christian Hintermayer.

Leistungsbereitschaft am Tiefpunkt

Auch Arbeitgeber sollten die Zahlen Sorgen bereiten, denn die Arbeitsunzufriedenheit habe starke Auswirkungen auf Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Nur elf Prozent der Unzufriedenen würden ihr Unternehmen weiterempfehlen, bei den Zufriedenen sind es 76 Prozent. Fast die Hälfte – 44 Prozent – der Unzufriedenen möchten am liebsten "sofort vom Unternehmen weg", bei den Zufriedenen sind es nur ein Prozent.

Auch die Leistungsbereitschaft ist bei den Unzufriedenen am Tiefpunkt: Fast die Hälfte (46 Prozent) der Unzufriedenen macht "in der Arbeit nur mehr das, was unbedingt notwendig ist", bei den Zufriedenen sind das sechs Prozent.

Unternehmenskultur wichtig

Doch wie lassen sich Mitarbeiter in diesem schwierigen Umfeld motivieren? Das Gehalt ist für 86 Prozent immer noch wichtiger Faktor, klar an erster Stelle steht aber ein gutes Arbeitsklima (92 Prozent). "Die Beziehung zu den Kollegen" und "die Kommunikation" stehen ebenfalls unter den Top Fünf Einflussfaktoren auf die Motivation.

Zunehmend wichtig werde auch die Unternehmenskultur, hier könnten sich Großkonzerne etwas von Start-ups abschauen, sagt Studienleiter Hintermayer: "Die Zahlen zeigen das deutlich: Bei den Arbeitnehmern, die die Unternehmenskultur teilen, sind 88 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden. Bei jenen, die das nicht tun, sind es nur 26 Prozent." (red, 16.11.2016)

  • Eine Umfrage von meinungsraum.at zeigt: Viele fürchten, dass es immer schwieriger wird einen Job zu finden. Rund jeder Fünfte hat zudem Angst, irgendwann arbeitslos zu sein.
    foto: istock

    Eine Umfrage von meinungsraum.at zeigt: Viele fürchten, dass es immer schwieriger wird einen Job zu finden. Rund jeder Fünfte hat zudem Angst, irgendwann arbeitslos zu sein.

  • Die große Unsicherheit schlägt sich auch negativ auf die Arbeitszufriedenheit nieder. Bei den Arbeitnehmern, die pessimistisch in die Zukunft blicken, sind nur 59 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden.
    foto: istock

    Die große Unsicherheit schlägt sich auch negativ auf die Arbeitszufriedenheit nieder. Bei den Arbeitnehmern, die pessimistisch in die Zukunft blicken, sind nur 59 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden.

Share if you care.