Sprechen über Fehlgeburt: Wie wichtig für Betroffene?

User-Diskussion16. November 2016, 09:00
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Vom Wunder bis zur unendlichen Trauer ist es oft nur ein schmaler Grat – Warum können wir Freude so gut teilen und Trauer so schwer?

Ein Kind zu bekommen ist für die meisten werdenden Eltern ein großes Wunder. So beschreibt es auch Sanna Weisz in ihrem Blog "Familiensachen". Hält man das kleine Wesen zum ersten Mal in seinen Händen, macht das für viele Eltern das vielzitierte Wunder aus. Aber oft genug müssen sich Frauen und deren Partner damit auseinandersetzen, dass sie das Kind in der Schwangerschaft verlieren. So auch Weisz' Freundin.

Fehlgeburten und "Sternenkinder"

Medizinisch wird zwischen einer Fehlgeburt bei einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm und einer Totgeburt ab 500 Gramm unterschieden. Fehlgeburten sind keine Seltenheit. Studien gehen davon aus, dass zehn bis 20 Prozent der Schwangerschaften in den ersten 20 Schwangerschaftswochen mit einer Fehlgeburt zu Ende gehen und 80 Prozent der Fehlgeburten bis zur zwölften Schwangerschaftswoche stattfinden. Warum es zu Fehlgeburten kommt, kann viele Gründe haben. Ein User schreibt, dass dieses Thema immer noch tabuisiert wird und von den betroffenen Frauen erwartet wird, darüber zu schweigen:

Rechtliche Rahmenbedingungen

Rechtlich hat sich für Betroffene bereits etwas getan. So können Frauen, die eine Fehlgeburt hatten, zumindest den vierwöchigen Kündigungs- und Entlassungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz für sich in Anspruch nehmen. Familienministerin Sophie Karmasin plant für Angehörige sogenannter "Sternenkinder" (Fehlgeburten unter 500 Gramm), ihnen die Möglichkeit zu bieten, diese in das Personenstandsregister eintragen zu lassen. Diese Maßnahmen sollen den Frauen und Familien zumindest rechtlich eine Unterstützung sein.

Wird das Thema Fehl- und Totgeburt tabuisiert?

Wie erleben Sie den Umgang mit diesem Thema? Wurden Sie schon einmal mit dieser traurigen Erfahrung konfrontiert? Wie und wo haben Sie die nötige Unterstützung erfahren? Warum scheint es so schwierig, traurige Ereignisse zu thematisieren? (haju, 16.11.2016)

Hilfe für Betroffene

  • Verein Regenbogen: Selbsthilfegruppe für Eltern, die ihr Baby nach Abortus, Abtreibung, Fehlgeburt, Totgeburt oder Tod vermissen.
  • Hospizverein Steiermark: Plattform "Wenn Lebensanfang und -ende zusammenfallen". Beratung und Information für verwaiste Eltern.
  • Stille Geburt: Die Website bietet Hilfestellung und Informationen für Eltern, die ihr Kind vor, während oder nach der Geburt verloren haben.
  • Einen Ort für die Trauer zu haben ist für viele Betroffene wichtig.
    foto: dapd/martin oeser

    Einen Ort für die Trauer zu haben ist für viele Betroffene wichtig.

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