Deutsche Autoren fordern Freiheit für türkische Schriftstellerin

15. November 2016, 11:08
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Mahnwache für Asli Erdogan und andere vor Istanbuler Frauengefängnis

Ankara – Einen Tag vor dem Besuch von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in der Türkei haben deutsche Autoren und Verleger am Montag in Istanbul die sofortige Freilassung der inhaftierten Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan gefordert.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, entrollte vor dem Frauengefängnis Bakirköy ein Banner.

In einer Ansprache forderte Skipis die türkischen Behörden im Namen der deutschen Buchbranche auf, Erdogan und andere Autoren, Verleger und Journalisten freizulassen. Erdogan drohe lebenslange Haft, nur weil sie ihren Beruf ausgeübt und ernst genommen habe, sagte Skipis.

Position beziehen

Auch die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission müssten "klar Position beziehen und die Meinungsfreiheit in der Türkei entschieden verteidigen". Sie sei "ein Menschenrecht und nicht verhandelbar". Bei der derzeitigen Internationalen Buchmesse in Istanbul ist Deutschland Gastland.

Die 1967 in Istanbul geborene Asli Erdogan ist auch international bekannt. Ihre Bücher wurden unter anderem im Züricher Unionsverlag publiziert. Erdogan hatte zunächst Informatik und Physik studiert und arbeitete von 1991 bis 1993 als Physikerin am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf.

Asli Erdogan war in Graz von August 2012 bis Sommer 2013 "writer in exile". Im Rahmen des Projekts "writer in exile" gewähren Städte verfolgten Schriftstellern einen zeitlich begrenzten, sicheren Aufenthalt, während dem sie sich ihrer Arbeit widmen können. (APA, 15.11.2016)

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