Hochdotierter deutscher Preis für österreichischen Physiker

15. November 2016, 11:05
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"Risikokapital für innovative Projekte": David Egger erhält Auszeichnung der Alexander von Humboldt Stiftung

Wien/Berlin – Der aus Österreich stammende Physiker David Egger wird heute, Dienstag, in Berlin mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt Stiftung ausgezeichnet. Er erhält gemeinsam mit sechs weiteren Nachwuchsforschern einen der höchstdotierten Wissenschaftspreise Deutschlands. Egger wird künftig am Institut für Theoretische Physik der Universität Regensburg am Mineral Perowskit forschen.

Mit dem Preisgeld in Höhe von jeweils bis zu 1,65 Millionen Euro können die sieben Preisträger fünf Jahre lang ohne administrative Zwänge an einer selbst gewählten deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung arbeiten und eigene Arbeitsgruppen aufbauen. Sie sollen damit "in einer außergewöhnlich frühen Karrierephase Risikokapital für innovative Projekte und damit die Chance erhalten, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen", wie die Humboldt-Stiftung mitteilte.

Werdegang

Egger, geboren 1987 in Klagenfurt, studierte an der Technischen Universität (TU) Graz, wo er 2013 promoviert wurde. 2014 ging er als Postdoc an das Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel).

Im Mittelpunkt von Eggers Arbeit steht das 1839 entdeckte Mineral Perowskit, das seit einigen Jahren sein vielseitiges Potenzial entfaltet: etwa in der Medizin als Teil von Knochenimplantaten, vor allem aber als Halbleiter und Material in besonders effizienten Solarzellen, Batterien oder Brennstoffzellen. Der Physiker erforscht hybride organisch-anorganische Perowskite, die besonders günstige Eigenschaften für Anwendungen im Bereich erneuerbare Energien bieten. Sein Ziel ist es laut Stiftung, den Stoff auf atomarer Ebene mit Hilfe von Supercomputern weiter zu optimieren und die Effizienz für den Einsatz in erneuerbaren Energien zu steigern.

Neben Egger werden der US-Chemiker Mazhar Ali, der polnische Quantenphysiker Michal Heller, der italienische Molekularbiologe Francesco Neri, die kenianische Medizinerin Faith Osier, der US-Physiker William Shepherd und die aus dem Iran stammende Physikerin Safa Shoai ausgezeichnet. (APA, 15. 11. 2016)

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