Jeder Zweite sieht sich als Befehlsempfänger

15. November 2016, 11:08
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Vier von zehn Führungskräften sehen ihr Potenzial nicht optimal genutzt, zeigt eine Online-Umfrage

Hast du im Job genügend Freiraum? Diese Frage stellte das Online-Portal karriere.at 414 Arbeitnehmern per Online-Voting. Das Ergebnis: Knapp jeder Zweite kann im Beruf keine oder nur wenige Entscheidungen selbst treffen.

Führungskräfte sind zwar tendenziell zufriedener mit ihrem Freiraum – vier von zehn glauben aber, dass sie unter ihren Möglichkeiten eingesetzt werden. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer auf Arbeitnehmerseite geben an, im Job gar keinen Gestaltungsspielraum zu haben. Weitere 28 Prozent beantworten die Frage, ob sie ausreichend Freiraum im Job haben mit "Eher nicht. Ich kann mein Potenzial nur selten einbringen". Insgesamt kann also fast jeder zweite Befragte gar keine oder nur selten eigene Entscheidungen treffen.

Exakt ein Viertel (25 Prozent) ist hingegen grundsätzlich zufrieden, wenngleich man sich manchmal weniger Vorgaben wünscht. Genügend Freiraum finden 29 Prozent in ihren Aufgabenbereichen vor.

Führungskräfte haben es besser

Bemerkenswert ist auch das Ergebnis des Online-Stimmungsbildes von 129 Unternehmensvertretern, also HR-Managern, Führungskräften und Unternehmern. Wie erwartet beklagen sich lediglich drei Prozent über gar keinen Gestaltungsfreiraum. Auch liegen die Werte jener, die vieles selbst entscheiden können (38 Prozent) bzw. sich nur gelegentlich weniger Vorgaben von oben wünschen (21 Prozent), insgesamt über dem Abstimmungsergebnis der Arbeitnehmer.

Vier von zehn (38 Prozent) sehen ihr Potenzial aber nicht ausreichend ausgeschöpft. Jürgen Smid, geschäftsführender Gesellschafter bei karriere.at: "Es ist nicht überraschend, dass Führungskräfte mehr Entscheidungsfreiraum als Mitarbeiter in unteren Hierarchieebenen haben. Dass sich aber auch 38 Prozent der leitenden Mitarbeiter gerne mehr in Entscheidungsprozesse einbringen würden, zeigt ein Dilemma, vor dem viele Führungskräfte stehen: Sie tragen nach außen oft Verantwortung für Projekte oder Prozesse, an denen sie aber nur begrenzt mitentscheiden können." (red, 15.11.2016)

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    foto: istock
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