Ex-ÖOC-Chef Jungwirth hat Steuern hinterzogen

15. November 2016, 10:41
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65-Jähriger muss 450.000 Euro Strafe zahlen

Korneuburg – Wegen Abgabenhinterziehung ist der ehemalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) Heinz Jungwirth am Dienstag in einer Schöffenverhandlung in Korneuburg schuldig gesprochen worden. Der langjährige Funktionär wurde rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 450.000 Euro bzw. im Fall der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Jungwirth wurde schuldig gesprochen, fast 1,7 Millionen Euro an Einkommensteuer nicht gezahlt zu haben. Er hatte sich laut Staatsanwalt mehr als drei Millionen Euro von Vereinskonten des ÖOC illegal privat zugeeignet. Der Richter sprach von einem "Urteil mit Augenmaß". Demnach wäre eine Strafe bis zum Zweifachen des Verkürzungsbetrages, also mehr als 3,3 Millionen Euro, möglich gewesen. Mildernd wirkte sich das Geständnis des 65-Jährigen aus. Deshalb habe man von einer primären Freiheitsstrafe abgesehen, erklärte der Richter. Anklagebehörde und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel, somit ist das Urteil rechtskräftig.

Jungwirth sitzt derzeit wegen Untreue in Haft, Ende August 2010 hatte er Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Die fünfjährige Freiheitsstrafe dauert bis 20. September 2018, laut Gericht dürfte eine vorzeitige bedingte Entlassung im Raum stehen. Jungwirth gab an, dass er auf das Existenzminimum gepfändet sei. Die Geldstrafe werde "eher nicht einbringlich sein", meinte der Richter.

Jungwirth war von 1982 bis 2009 Generalsekretär des ÖOC. (APA, 15.11. 2016)

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