ORF rechnet für 2017 mit hohem Minus – nun 43 Millionen kolportiert

15. November 2016, 18:16
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Jüngste, unbestätigte Infos über Planergebnis

Wien – Dienstag muss der ORF den Stiftungsräten den Finanzplan 2017 vorlegen. Er tut das nach bisherigem Stand vorerst ohne die anstehende Gebührenerhöhung einzukalkulieren, die der ORF erst im Dezember beantragt. Dienstagnachmittag wurden – unbestätigte – 43 Millionen Minus 2017 gehandelt.

Montag wurden aus dem ORF noch dramatischere Werte kolportiert, die ein Sprecher sehr entschieden dementierte. Die Daten aus einer ORF-Quelle klangen dramatisch: Ohne Gebührenerhöhung und ohne weitere Sparmaßnahmen würde das Minus 2017 mit 120 Millionen Euro angesetzt, mit Sparmaßnahmen bei 80 Millionen. Die Prognose ohne Gebührenerhöhung und ohne Sparmaßnahmen würde sich bis 2021 auf 240 Millionen Euro Minus steigern, mit Sparmaßnahmen auf 120 Millionen.

Weit über bisheriger Finanzvorschau

Die Werte wurden umgehend dementiert. Sie würden auch deutlich über der bisher letzten vorgelegten Finanzvorschau 2016 bis 2020 liegen, die für 2017 ohne Gebührenerhöhung ein ein Minus von rund 70 bis 80 Millionen Euro absehen ließ.

70 bis 80 Millionen Minus ohne Maßnahmen erwartet

Mit einem Minus in dieser Größenordnung von 70 bis 80 Millionen Euro ohne Gebührenerhöhung dürfte auch der für Dienstag erwartete Finanzplan kalkulieren, erklärt eine andere ORF-Quelle mit Einblick in die Daten dem STANDARD.

Hälfte soll aus Gebührenerhöhung kommen

Rund die Hälfte dieser Negativprognose sollen offenbar weitere Sparmaßnahmen im ORF abfangen, die andere Hälfte eine Gebührenerhöhung.

In der Finanzvorschau 2016 bis 2020 kalkulierte der ORF noch mit mit einer Gebührenerhöhung um 10,5 Prozent ab Mai 2017, die im kommenden Jahr rund 50 Millionen Euro bringen sollte. Geht es nun tatsächlich um 35 bis 40 Millionen Euro im kommenden Jahr, könnte man auf geplante sieben bis acht Prozent Gebührenerhöhung schließen. 2012 schaffte ORF-General Alexander Wrabetz sieben Prozent Erhöhung, 2008 9,2 Prozent.

Gebührenantrag und Finanzplan im Dezember

Der Antrag auf Gebührenerhöhung ist vor der Sitzung des ORF-Stiftungsrats Mitte Dezember zu erwarten. In dieser Sitzung soll der Stiftungsrat auch das Budget des ORF für 2017 beschließen.

Diesen Donnerstag geht es wie berichtet um die Programmschemata für Fernsehen, Radio und Online. Wesentliche Änderungen werden hier nur bei Ö1 beschlossen – mehr zu den Reformplänen hier.

Im sachlich zuständigen Finanzausschuss des Stiftungsrates am Montag waren die Daten des Finanzplanes 2017 noch kein Thema, erklären Teilnehmer der Sitzung auf Anfrage. (fid, 14.11.2016)

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    foto: apa/georg hochmuth
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