Tschechischer Premier will keine US-Radarbasis in Tschechien

14. November 2016, 16:46
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Trump-Vertrauter Guiliani hatte "atomaren Schild" ins Spiel gebracht – Konservative signalisieren hingegen Zustimmung

Prag/Washington – Tschechiens Premier Bohuslav Sobotka lehnt eine eventuelle US-Radarbasis in seinem Land strikt ab. Sobotka reagierte damit auf Aussagen des früheren New Yorker Oberbürgermeisters und möglichen Justizministers des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, Rudy Giuliani. Dieser hatte vergangene Woche gegenüber Medien ein "atomares Schildes für Tschechien und Polen" in Aussicht gestellt.

"Das ist Science-Fiction, die sich nicht erfüllen wird. Meine Haltung ist negativ", konterte der Sozialdemokrat (CSSD) am Montag laut Medienberichten und fügte hinzu, so etwas würde die Beziehungen zu Russland verschlechtern. Auch Verteidigungsminister Martin Stropnicky von der populistischen Regierungspartei ANO sprach von "Spekulationen", die er zum aktuellen Zeitpunkt nicht kommentieren wolle. "Noch steht die (amerikanische, Anm.) Regierung nicht. Warten wir noch ein bisschen", erklärte er.

Wesentlich begeisterter zeigte sich die Parteivorsitzende der konservativen ODS und frühere Parlamentspräsidentin, Miroslava Nemcova. Sie würde die Errichtung einer US-Radarbasis begrüßen, wie sie im Tschechischen Fernsehen sagte.

Die USA hatten in Tschechien schon vor einigen Jahren eine Radarbasis südwestlich von Prag errichten wollen, was damals zu hitzigen Debatten geführt hatte. Die damalige rechtskonservative Regierung des Premiers Mirek Topolanek (ODS) unterstützte den Plan, während die Linksparteien ihn heftig kritisierten. Schließlich verzichteten die USA darauf. (APA, 14.11.2016)

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