Telefonvorwahl für Kosovo ab Mitte Dezember

14. November 2016, 13:22
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Nach Einigung mit Belgrad über Telekommunikation

Fast neun Jahre nach der Verkündung der Unabhängigkeit wird der Kosovo, der jüngste Staat Europas, am 15. Dezember eine eigene Vorwahl -383 – erhalten. Offiziell wird die Vorwahl bei der Internationalen Telekommunikationsunion (ITU) am 3. Dezember von Belgrad beantragt werden. Das ist das Resultat langwieriger, EU-vermittelter Verhandlungen zwischen Prishtina und Belgrad über die Telekommunikation.

Als "großen Erfolg" für ihr Land hatte die kosovarische Verhandlerin und Vizeministerpräsidentin Edita Tahiri, am Sonntagabend die mit Belgrad erzielte Vereinbarung bezeichnet. Auch Serbiens Verhandler Marko Djuric, Leiter des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, zeigte sich zufrieden. Die kosovarische Tochterfirma der serbischen Telekom soll nämlich die Dauerlizenz für das Festnetz und eine vorläufige, zweijährige Lizenz für den Mobilfunk erhalten.

Einigungen seit 2013

Seit 2013 hieß es wiederholt, dass die beiden Seiten eine Einigung über die Telekommunikationen erzielt hätten. Immer wieder stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Nun haben sowohl Belgrad als auch Prishtina ihre Zufriedenheit über die Verhandlungsresultate bekundet.

Sehr optimistisch über die Vereinbarung – Einzelheiten wurden zunächst nicht publik -, zeigte sich am Montag auch Tanja Miscevic, Leiterin des serbischen Verhandlerteams im EU-Annäherungsprozess. Serbien habe eine wichtige Arbeit im Dialog mit Prishtina geleistet, kommentierte sie gegenüber Belgrader Medien. Es gebe nun gute Chancen, dass die EU vor Jahresende drei weitere Kapitel – 25 (Wissenschaft und Forschung), 26 (Bildung und Kultur) sowie 5 (öffentliches Auftragswesen) – in den Beitrittsverhandlungen mit Belgrad eröffne, zeigte sie sich überzeugt. Zuletzt waren die Verhandlungen wegen ausbleibender Resultate im Normalisierungsprozess mit dem Kosovo stillgelegt. Brüssel hatte bisher vier von 35 Verhandlungskapiteln, darunter auch jenes zum Kosovo, mit Serbien geöffnet. (APA, 14.11. 2016)

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