Gütesiegel für Schulen mit Fokus auf Technik und Naturwissenschaften

14. November 2016, 12:28
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Auszeichnung für Standorte mit MINT-Schwerpunkt wird auf drei Jahre vergeben – Coaching-Programm soll Schulen bei Weiterentwicklung zu MINT-Schule unterstützen

Wien – Schulen mit einem Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz: MINT-Fächer) können sich künftig mit einem Gütesiegel auszeichnen lassen. Mit der neuen Qualitätsauszeichnung sollen Schulen ihr Schulprofil besser bewerben können und Eltern, denen ein innovativer MINT-Unterricht ihrer Kinder besonders wichtig ist, es bei der Schulwahl einfacher haben.

Das von Bildungsministerium, Industriellenvereinigung (IV), Pädagogischer Hochschule (PH) Wien und Wissensfabrik entwickelte Gütesiegel gilt für jeweils drei Jahre. Die erste Verleihung soll im Mai 2017 stattfinden, hieß es am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Initiatoren. Ziel der Initiative ist es laut Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ), Schüler möglichst früh für diese Zukunftsthemen zu begeistern.

Ganz wenig Technikbegeisterung

Und hier gibt es laut den Initiatoren noch Nachholbedarf: Derzeit gebe es nur "ganz wenig" Technikbegeisterung unter hiesigen Lehrern, beklagte Wissensfabrik-Präsident Klaus Peter Fouquet. IV-Präsident Georg Kapsch ortet gar generell eine Tendenz zur Technologiefeindlichkeit in Österreich. "Was ganz wichtig ist: Technik muss einfach cool sein", so Kapsch. Immerhin seien MINT-Kenntnisse besonders wichtig, um sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen, für den Wirtschaftsstandort Österreich und um im derzeitigen "postfaktischen" Zeitalter logisches und faktenbasiertes Denken zu fördern.

Schulen, die ein MINT-Gütesiegel erhalten wollen, müssen dafür mehrere Voraussetzungen erfüllen: MINT-Fächer müssen etwa ein Schwerpunkt im Schulprofil sein, der Unterricht muss anwendungsorientiert und praxisnah sein, es muss Möglichkeiten zum Forschen geben und auch außerschulische Institutionen in den MINT-Unterricht eingebunden werden. Außerdem muss es gleichberechtigte Zugänge für Mädchen und Burschen geben.

Coaching-Programm für Schulen

Fouquet rechnet mit 50 ausgezeichneten Schulen im ersten Durchgang. Durch ein Coaching-Programm sollen außerdem künftig immer mehr Schulen für das Gütesiegel fit gemacht werden. In einem Pilotprojekt werden zunächst sechs Schulen von Schulentwicklern und Fachdidaktikern der PH Wien bei einer Schwerpunktsetzung im Bereich Naturwissenschaften und Technik begleitet. Nach einer Evaluation soll daraus ein Format entwickelt werden, das an allen PH angeboten wird, um möglichst viele Schulen zu erreichen.

Hammerschmid hofft, dass Leuchtturmschulen auch dazu führen werden, dass innovative Lernkonzepte im MINT-Bereich sich insgesamt stärker verbreiten werden. Dazu passe auch der geplante Ausbau der Schulautonomie, die ein Abgehen vom Unterricht in isolierten Fächern hin zu mehr Projektunterricht ermöglichen soll. Der Unterricht nach Themen wie etwa dem Klimawandel ermögliche den Schülern nämlich die Zusammenhänge wesentlich besser zu erfassen, so Hammerschmid.

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