Abwärtstrend bei Energiekonzern RWE hält an

14. November 2016, 10:43
1 Posting

Unternehmen, das an Kärntner Kelag beteiligt ist, konnte aber in Stromerzeugung zulegen

Düsseldorf/Essen – Die Talfahrt des deutschen Energiekonzerns RWE geht auch nach der Neuausrichtung weiter. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sackte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro ab, wie das DAX-Unternehmen am Montag in Essen mitteilte. Hauptgrund ist der Verfall der Strompreise im Großhandel, der die Ergebnisse der Kraftwerkssparte belastet.

Die Anfang Oktober an die Börse gebrachte Ökostromtochter Innogy hatte am Freitag für die ersten neun Monate einen Ebitda-Rückgang von gut sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gemeldet

Unterm Strich steht für RWE nach neun Monaten nur noch ein Mini-Gewinn von 11 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Überschuss noch 1,9 Milliarden Euro betragen, was aber vor allem an Einmalgewinnen aus dem Verkauf von Randgeschäften lag. Bereinigt um Sondereffekte sackte der Nettogewinn um knapp 60 Prozent auf 227 Mio. Euro ab. Dazu trug auch ein schlechtes Finanzergebnis bei, weil RWE wegen der anstehenden Zahlung in den staatlichen Atomfonds bei seinem Geldanlagen umschichten musste.

Bessere Ergebnisse als angenommen

Im schwächelnden Geschäft mit der Stromerzeugung erwartet RWE aber bessere Ergebnisse als bisher angenommen. "Die Margen der Steinkohle- und Gaskraftwerke entwickelten sich wegen gesunkener Brennstoffpreise insgesamt stabiler", teilte der Versorger mit. Im Gesamtjahr werde das betriebliche Ergebnis der konventionellen Stromerzeugung wohl in der Größenordnung des Vorjahreswertes von 596 Mio. Euro liegen. Bisher hatte RWE einen deutlichen Rückgang erwartet.

Für den Gesamtkonzern bekräftigten die Deutschen die Prognose, wonach der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro, nach rund 7 Milliarden Euro schrumpfen wird.

"Angesichts der vor allem für die konventionelle Stromerzeugung schwierigen Bedingungen haben wir in den ersten drei Quartalen ein respektables Ergebnis erzielt", sagte Finanzchef Markus Krebber.

In den Neumonatszahlen ist die Tochter Innogy noch voll enthalten, von der RWE im Oktober 23,2 Prozent an die Börse gebracht hatte. Von dem Erlös in Höhe von 4,6 Milliarden Euro flossen zwei Milliarden Euro an Innogy, der Rest an RWE. RWE habe an finanziellen Handlungsspielraum gewonnen. Dieser solle unter anderem für den staatlichen Atomfonds genutzt werden, in dem RWE für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls rund 6,8 Milliarden Euro einzahlen müsse. RWE prüfe dafür mehrere Optionen. "Vor dem Hintergrund einer sehr soliden Liquiditätsposition gehört hierzu auch eine möglichst zeitnahe Zahlung."

RWE ist in Österreich an der Kärntner Kelag beteiligt. Im Aufsichtsrat sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP). (APA, 14.11.2016)

Share if you care.