IS weitet Einfluss in Pakistan aus

13. November 2016, 17:12
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"Islamischer Staat" bekennt sich zu Anschlag auf Schrein

Islamabad/Dubai – Bei einem Bombenanschlag an dem 500 Jahre alten Shah-Noorani-Schrein in der pakistanischen Unruheprovinz Belutschistan starben am Samstag mindestens 52 Menschen, über 150 wurden verletzt. Am Sonntag bekannte sich der "Islamische Staat" (IS) zu dem Attentat.

Der Shah-Noorani-Schrein liegt in einer schwer zugänglichen Bergregion in der Belutschistan-Provinz. Mobiltelefone funktionieren hier nicht, das nächstgelegene Krankenhaus ist fast drei Autostunden entfernt. Rettungskräfte und Krankenwagen trafen daher erst Stunden später ein.

Jeden Tag bei Sonnenuntergang findet am Schrein ein "Dhamaal" statt, zu dem eine große Zahl Leute kommen, erklärte Nawaz Ali, der Hüter des Schreines. Dharmaal, was so viel wie Vergnügen bedeutet, ist ein mystischer Tanz. Koranverse werden gesungen, aber auch Lieder über göttliche und irdische Liebe intoniert.

Die über tausendjährige Sufi-Tradition ist in ganz Südasien verbreitet. Der hier praktizierte farbenfrohe Islam unterscheidet sich deutlich vom strengen, an Saudi-Arabien orientierten Wahhabismus, der die Sufi-Schule als Exzess bekämpft.

Der jugendliche Selbstmordattentäter soll im Auftrag des "Islamischen Staats" gehandelt haben, der sich in Pakistan zum großen Teil aus abtrünnigen Taliban-Kämpfern rekrutiert. In den vergangenen Monaten hat der IS gezielt Allianzen mit radikalen Abspaltungen der Taliban dazu genutzt, immer stärker auch in Pakistan Fuß zu fassen – besonders in Belutschistan. (Agnes Tandler, 13.11.2016)

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