Kein Visum für Entwickler: IT-Firmen könnten aus USA abwandern

13. November 2016, 17:04
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Die Pläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump, Visa für Ausländer zu beschränken, könnten nach hinten losgehen

Der ausländerfeindliche Kurs des nächsten US-Präsidenten Donald Trump könnte das Silicon Valley vor gröbere Probleme stellen. Viele IT-Konzerne verlassen sich auf ausländische Programmierer, die mit sogenannten H1-B Visa ins Land gelangen. Allein bei Microsoft arbeitet eine fünfstellige Anzahl an Mitarbeitern unter einer derartigen Aufenthaltserlaubnis. Auch bei Google, Amazon, Intel oder Apple sind tausende Arbeiter unter H1-B tätig.

Visa-Ausgaben beschränken

Trump hatte jedoch angekündigt, die Ausgabe solcher Visa zu beschränken, damit mehr US-Bürger die Chance auf gut bezahlte Stellen haben. Das ist jedoch nicht so einfach, wie die Financial Times berichtet: Denn bei den Jobs ginge es um mehr als um die reine Arbeitskraft. Vielmehr versuchen IT-Konzerne, die talentiertesten Entwickler aus aller Welt anzulocken. Wenn diese nun nicht mehr in den USA arbeiten dürfen, könnte das sogar zu einer Abwanderung der Firmen führen.

Umzug nach Mexiko?

"Wenn man bestimmte Personen nicht anheuern und hierher bringen kann, dann stellt man sie eben in China, Indien oder Mexiko ein", sagt Amit Kumar zur Financial Times. Er leitet Trimian, ein Unternehmen im Silicon Valley und Indien, das Apps entwickelt. Tatsächlich stammen viele Spitzenkräfte der IT-Branche aus dem Ausland, beispielsweise Microsoft-Chef Satya Nadella. Ironischerweise ist mit Peter Thiel, der in Deutschland geboren wurde, ein hochrangiger Manager aus dem Silicon Valley im engsten Kreis von Donald Trump zu finden. Nun hoffen Unternehmer der Branche, dass Thiel in diesem Punkt Einfluss auf Trump ausübt. (red, 13.11.2016)

  • Unternehmen wie Google verlassen sich auf internationale Programmierer
    foto: ap/chiu

    Unternehmen wie Google verlassen sich auf internationale Programmierer

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