Niedrige Konsumkredite: Nichts geschenkt

Kommentar13. November 2016, 17:12
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Die Banken wollen, dass man das Weihnachtsgeld früher ausgibt

In dem niedrigen Zinsumfeld, in dem wir uns derzeit bewegen, ist es für Menschen, die knapp bei Kasse sind, verführerisch: einfach das Konto überziehen und sich ein paar Wünsche erfüllen. Erstens, so die Überlegung, bekommt man ja "eh keine Zinsen", und zweitens wird das bald eintreffende Weihnachtsgeld ein Minus auf dem Konto abmildern oder sogar wieder ins Plus drehen lassen.

Auch wenn Kredite – und ein solcher ist das Überziehen des Kontos – derzeit billiger scheinen als in Hochzinsphasen: Solche vielleicht nur kleinen Schulden können der Beginn einer groben Verschuldung sein. Das wissen Konsumentenschützer und verurteilen Aufforderungen wie die der Bawag, den Überziehungsrahmen zu nutzen, da das Weihnachtsgeld ja ohnehin bald aufs Konto komme.

Es sind Konsumkredite, die da eingegangen werden. Ohne Bonitätsprüfung und ohne großes Nachfragen vonseiten der Bank, was damit geschehen wird und vor allem wie das Minus beglichen werden soll. Das ist verführerisch.

Konsumkredite schaffen für den Verschuldeten keine Werte. Das Geld geht für Kleidung, Elektrogeräte, Reisen, Geschenke drauf. Sehr oft zahlt man noch daran, wenn das Kleid aus der Mode ist, es bereits die nächste iPhone-Generation gibt oder die Reise schon längst absolviert ist. Verbraucher dürfen sich sicher sein: Die Banken schenken auch in Niedrigzinsphasen nichts her. Überziehungszinsen bei Girokonten sind schamlos hoch. (Johanna Ruzicka, 13.11.2016)

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