Kriegsverbrechen in Mossul: Genau hinschauen

Kommentar13. November 2016, 16:18
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Unter anderem wurden hunderte Kindersoldaten getötet, die der IS in die Schlacht wirft

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte veröffentlichte am Freitag ein Kommuniqué zu den Brutalitäten des "Islamischen Staats" in Mossul: Unter anderem wurden hunderte Kindersoldaten, manche unter zehn Jahre alt, getötet, die der IS in die Schlacht wirft. Sie dienen den Terroristen aber auch als entmenschlichtes Werkzeug für Verbrechen an anderen, sogar Exekutionen.

Gleichzeitig kursiert ein Video, auf dem so ein Kind von zur Gegenseite gehörenden irakischen Kämpfern lebend vor einen Panzer gezerrt wird, um es überfahren zu lassen. Bevor sich dieser in Bewegung setzt, wird es erschossen. Auch eine Meldung von Amnesty International bereits Ende Oktober, dass von der Anti-IS-Allianz auf ihrem Vormarsch der verpönte weiße Phosphor gegen Dörfer eingesetzt wird, fand nur wenig Nachhall in der Berichterstattung. Erstmals gibt es auch Vorwürfe gegen Kurden, die gezielt Häuser von Arabern zerstören sollen.

Mossul ist einer der seltenen Fälle, in denen sich die Notwendigkeit eines Krieges klar erschließt: Mit den Terrorbanden des IS kann man nicht verhandeln. Aber keinen Moment sollte man deswegen die Komplexität der Lage vergessen: Es hat schon seine Gründe, warum sich der IS ausbreiten konnte. Eine Chance, dass nach diesen grauenvollen Schlachten die Iraker doch noch zu einer gemeinsamen Zukunft finden, gibt es jedoch nur, wenn alle Seiten gleich genau beobachtet werden. (Gudrun Harrer, 13.11.2016)

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