Aktivisten: Regierungstruppen drängen Rebellen in Aleppo zurück

12. November 2016, 10:46
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Soldaten eroberten alle Gebiete im Westteil der syrischen Stadt

Damaskus – Zwei Wochen nach dem Beginn einer Rebellen-Offensive in der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo haben die Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten sämtliche Gebiete zurückerobert. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mitteilte, eroberten die Regierungstruppen unter anderem den Stadtteil Dahijet al-Assad im Westteil der Stadt und das Dorf Minjan außerhalb von Aleppo zurück.

Damit seien die Rebellen wieder vollständig zurückgedrängt worden. Die einstige Wirtschaftsmetropole Aleppo ist seit dem Sommer 2012 zwischen Rebellen und Regierungstruppen geteilt und schwer umkämpft. Seit Mitte Juli sind die Rebellen im Ostteil der Stadt eingekesselt. Dort leben schätzungsweise 250.000 Menschen, die seitdem von jeder Versorgung abgeschnitten sind.

Hunderte Tote in wenigen Wochen

Im September hatten die Regierungstruppen eine Offensive gestartet, um Aleppo wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei werden sie von russischen Luftangriffen unterstützt. Die Rebellen, darunter auch die Jihadisten der Fateh-al-Sham-Front, hatten Ende Oktober ihrerseits eine Offensive gestartet, um den Belagerungsring der Regierungstruppen zu durchbrechen.

Seitdem wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 450 Menschen getötet, darunter 215 Rebellenkämpfer, 143 Regierungssoldaten und fast hundert Zivilisten. Die meisten Zivilisten, darunter auch 29 Kinder, starben demnach durch Rebellenbeschuss auf den Westteil der Stadt. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Türkei fliegt Angriffe in Nordsyrien

Indes geht auch der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordsyrien weiter. Die türkische Luftwaffe ist Angriffe gegen IS-Stellungen in einem Dorf nahe der türkischen Grenze geflogen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Unklar war, von wo die Flugzeuge gestartet waren und ob die Angriffe mit Syrien oder Russland koordiniert waren.

Die Türkei hatte seit Ende Oktober auf Luftangriffe verzichtet. Damaskus hatte mit dem Abschuss von Flugzeugen gedroht, nachdem die Türkei kurdisch kontrollierte Gebiete attackiert hatte. Die türkische Armee hatte im August einen Bodeneinsatz in Syrien begonnen. (APA, AFP, 12.11.2016)

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