Erneut Massenproteste gegen Südkoreas Präsidentin Park

12. November 2016, 10:08
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Staatschefin steht seit Wochen wegen Korruptionsaffäre unter Druck

Seoul – In Südkorea sind am Samstag erneut zehntausende Menschen gegen Präsidentin Park Geun-hye auf die Straße gegangen. An dem Protestmarsch in Seoul beteiligten sich Männer, Frauen und Kinder, die aus allen Landesteilen in die Hauptstadt gekommen waren. Die Demonstranten forderten die Staatschefin mit Plakaten und Sprechchören zum Rücktritt auf.

Die Demonstration gegen Park war eine der größten Kundgebungen in der südkoreanischen Hauptstadt seit den Demokratieprotesten in Südkorea Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre. Die Polizei hatte sich auf 170.000 Teilnehmer eingestellt, die Veranstalter rechneten sogar mit bis zu einer Million Demonstranten.

Die Kundgebung wurde von 25.000 Polizisten überwacht, viele von ihnen in voller Schutzmontur. Die Polizei sperrte alle Straßen zum Präsidentensitz ab. Die Demonstranten, die eigentlich in einem Sternmarsch zum Blauen Haus ziehen wollten, kamen nur bis auf einen Kilometer an Parks Residenz heran.

Langjährige Vertraute wegen Verdachts auf Betrug in Haft

Park steht seit Wochen wegen einer Korruptionsaffäre um eine langjährige Vertraute unter Druck. Schon vor einer Woche hatte zehntausende Demonstranten in Seoul Parks Rücktritt gefordert.

Die frühere Präsidentenberaterin Choi Soon-sil soll ihre Beziehungen zur Präsidentin dazu genutzt haben, um von südkoreanischen Unternehmen wie Samsung Spenden für ihre angeblich wohltätigen Stiftungen einzutreiben, aus denen sie sich dann persönlich bereichert haben soll. Darüber hinaus wird Choi vorgeworfen, Einfluss auf die Regierungsarbeit von Park genommen zu haben. Die 60-Jährige sitzt mittlerweile wegen Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft.

Die Präsidentin ist durch den Skandal zunehmend in Bedrängnis geraten. Obwohl sie sich schon mehrfach entschuldigt hat, liegen ihre Beliebtsheitswerte derzeit bei nur noch fünf Prozent.

In einem Versuch, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, bildete Park Anfang November ihr Kabinett um und tauschte Berater aus. Sie entließ unter anderem Ministerpräsident Hwang Kyo-ahn und ernannte als Nachfolger den Liberalen Kim Byong-joon. Weil die Opposition der konservativen Präsidentin aber damit drohte, die Ernennung des Regierungschefs zu blockieren, rückte Park am Dienstag wieder von ihm ab. (APA, AFP, 12.11.2016)

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    foto: apa/afp/yonhap
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