Österreich holt gegen Spanien 1:1

11. November 2016, 20:33
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Die Mannschaft von Trainer Gregoritsch zeigt gegen den hohen Favoriten im EM-Playoff-Hinspiel eine hervorragende Leistung

St. Pölten – Österreichs U21-Fußball-Nationalteam hat die EM-Endrunde 2017 in Polen weiter im Visier. Die Mannschaft von Coach Werner Gregoritsch erkämpfte sich im Playoff-Hinspiel am Freitagabend in der NV Arena von St. Pölten gegen den vierfachen U21-Europameister Spanien mit einer starken Vorstellung ein 1:1-Remis.

Die Entscheidung fällt am Dienstag (18.00 Uhr) beim Rückspiel in Albacete. Dann könnten zusätzliche Kräfte Alessandro Schöpf, Michael Gregoritsch oder Marcel Sabitzer aus dem A-Team zur Verfügung stehen. Marcel Koller hatte in der Vorwoche angekündigt, diesbezüglich das Hinspiel abwarten zu wollen.

Die Spanier gingen in der regennassen NV Arena als klarer Favorit in die Partie. Im Mittelfeld und Angriff konnten die Gäste Spieler aufbieten, die bei Atletico, Real oder Barcelona zum Einsatz kommen. Die Österreicher hielten das Spiel mit viel Laufbereitschaft zunächst dennoch offen.

Spanien, in dieser Altersklasse schon viermal Europameister, drängte vor allem zu Beginn vehement auf die Führung. Österreichs Torhüter Daniel Bachmann rettete nach einer Viertelstunde gegen Bilbao-Stürmer Inaki Williams. Große Torchancen taten sich für die spielerisch dominanten Gäste danach aber nicht mehr auf. Die Elf von Gregoritsch deutete durch Schoissengeyr (22./Kopfball) und Kapitän Dominik Wydra (37.) immerhin Gefährlichkeit an.

Nach einem Abschluss des rechten Verteidigers Philipp Mwene fingen sich die Österreicher in der Nachspielzeit aber das 0:1 ein. Aus dem Abstoß entwickelte sich ein spanischer Angriff, an dessen Ende Gerard Deulofeu im Zweikampf gegen Schoissengeyr einen Strafstoß provozierte. Der bei Barcelona ausgebildete Everton-Profi verwertete diesen selbst souverän.

Gregoritsch brachte zur Pause Sturms Marc Andre Schmerböck anstelle des St. Pöltners David Stec, nach 50 Minuten dann mit dem nicht voll fitten Kevin Friesenbichler eine frische Offensivkraft. Der Austrianer tauchte nach einem Fehler der Spanier vor dem gegnerischen Tor auf, wurde aber am Abschluss gehindert (57.). Drei Minuten später durften die Österreicher jedoch jubeln: Eine Wydra-Flanke bugsierte der vom starken Konrad Laimer bedrängte Castro ins eigene Netz.

Gegen nun ungewohnt passive Spanier traute sich Österreichs Team nun immer mehr zu. Laimer und Friesenbichler waren dem Führungstreffer auf der Spur. Erst in den Schlussminuten mussten die Österreicher noch einmal zittern. In der 86. Minute rutschten gleich zwei Spanier allein vor dem leeren Gehäuse am Ball vorbei. Christoph Martschinko fehlt nach einer Gelben Karte im Rückspiel. (APA, red 11.11. 2016)

U21-EM-Qualifikation – Playoff, Hinspiel:
Österreich – Spanien 1:1 (0:1). St. Pölten, NV Arena, 1.503, SR Benoit Bastien (FRA).

Tore: 0:1 (45.+2) Deulofeu (Elfmeter), 1:1 (61.) Castro (Eigentor)

Österreich: Bachmann – Mwene, Schoissengeyr, Lienhart, Martschinko – Stec (46. Schmerböck), Wydra, Schlager (91. Jäger), Sallahi (51. Friesenbichler) – Laimer, Dovedan

Spanien: Arrizabalaga – Castro, Mere, Vallejo, Gaya – Suarez, Niguez, Torres – Deulofeu (87. Mayoral), Williams (78. El Haddadi), Asensio (71. Llorente)

Gelbe Karten: Schoissengeyr, Mwene, Martschinko (fehlt im Rückspiel), Dovedan bzw. Mere

Rückspiel am Dienstag (18.00 Uhr) in Albacete – Aufsteiger bei EM 2017 in Polen dabei.

Stimmen:

Werner Gregoritsch (Teamchef): "Man hat gesehen, dass wir nicht umsonst einer der besten Gruppenzweiten geworden sind. Trotz der vielen Veränderungen hat die Mannschaft gezeigt, dass großes Potenzial da ist. In der ersten Hälfte war noch zu viel Ehrfurcht da, aber die zweite Hälfte war für mich sehr positiv. Da hat die Mannschaft all das was wir uns vorgenommen haben umgesetzt. Wir haben gewusst, dass wir nur als Topkollektiv dagegenhalten können, das ist uns gelungen. Ich habe vor der Partie gesagt, dass wir eine 20-prozentige Chance haben, jetzt glaube ich, dass die Aufstiegschance bei 30 oder 40 Prozent liegt."

Konrad Laimer (ÖFB-U21-Offensivspieler): "Zweite Hälfte haben wir uns mehr getraut, gut kombiniert, gute Chancen gehabt und verdient das 1:1 gemacht. Es war eine Flanke, ich habe den Ball ein bisschen berührt, ihn angeschossen, dann ist er reingegangen. Wir haben das Tor gemeinsam geschossen, wer als Torschütze genannt wird, ist mit relativ egal. Wir haben gezeigt, was wir können, und das wollen wir am Dienstag in Spanien wieder machen."

Dominik Wydra (ÖFB-U21-Kapitän): "Wir wussten, dass etwas drinnen ist. Wir wollten unser Spiel durchziehen, wenn wir auch etwas defensiver gespielt haben als sonst. In der zweiten Hälfte sind wir immer stärker geworden. Es ist noch alles möglich, wir freuen uns auf das Spiel in Spanien."

  • Konrad Laimer dreht nach Österreichs Ausgleich jubelnd ab.
    foto: apa/pfarrhofer

    Konrad Laimer dreht nach Österreichs Ausgleich jubelnd ab.

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