Kinder ohne Heimat: ORF 3-Doku am Samstag "Züge ins Leben"

12. November 2016, 12:00
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Über die sogenannten Kindertransporte nach Großbritannien im Zweiten Weltkrieg

Wien – Sonntags führte der Vater immer in die Konditorei, dann gab's Spaziergang im Wienerwald, erinnert sich Ilse Melamid an ihre Kindheit. Verschwommene Bilder hat Dora Schimanko ans Quartettspielen, Hausmusik und Wurstelprater, Ari Rath stand Schmiere, um die Schnapserrunde nicht auffliegen zu lassen. Es waren die 1930er-Jahre, es war "ein schönes Leben", sagt Rath in der Dokumentation Züge ins Leben von Uli Jürgens, zu sehen am Samstag, 20.15 Uhr, auf ORF 3.

Dann kam Hitler, und alles war anders. Die die Straßen waschenden Juden habe er gesehen, aber nicht verstanden, was da passiere, sagt Ari Rath. Für Ilse Melamid war es "sehr schwer", dass sie Schulfreunde plötzlich nicht mehr ansprechen durfte. Und doch hatten sie Glück.

Die Geschichte wirkt aktueller denn je

Sowohl Melamid als auch der israelische Journalist Rath, die Aktivistin Schimanko und der ehemalige Fußballspieler Hans Menasse waren unter den rund 2000 zum Großteil jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Österreich, die mit einem der sogenannten Kindertransporte zwischen November 1938 und dem Kriegsbeginn im September 1939 nach Großbritannien ausreisen konnten und im Exil überlebten.

Bald 80 Jahre ist deren Geschichte alt, und sie wirkt in Zeiten, da Kinder unbegleitet fliehen müssen, aktueller denn je. (prie, 12. 11. 2016)

  • Flüchtlingskinder aus Wien, bei der Ankunft in Großbritannien im Dezember 1938.
    foto: orf/wiener library london

    Flüchtlingskinder aus Wien, bei der Ankunft in Großbritannien im Dezember 1938.

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