Wrabetz verspricht für Ö1 "deutlicher formulierten Kulturanspruch"

11. November 2016, 17:03
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Konzentration auf "publikumsrelevante Tageszonen" – Neuer "Kunstsonntag" und tägliche Musiksendung geplant

Wien – Die Geschäftsführung des ORF hat den Stiftungsräten ihre Pläne für die Ö1-Reform vorgelegt. Man konzentriere "vorhandene Kapazitäten verstärkt auf publikumsrelevante Tageszonen", heißt es im Bericht und Antrag des Generaldirektors an den Programmausschuss. Die Jahresschemata von TV und Radio sind bei der Stiftungsrats-Sitzung am Donnerstag zentrales Thema. Der STANDARD berichtete bereits über die Pläne.

Die Änderungen auf Ö1 sollen mit 1. Mai 2017 in Kraft treten. Ziel sei es nicht zuletzt, "das traditionelle Wechselspiel zwischen Musik und Wort zu überdenken und bei Bedarf neu zu gestalten" sowie "den Kunst- und Kulturanspruch von Ö1 deutlicher zu formulieren", schreibt ORF-Chef Alexander Wrabetz an die Mitglieder des Programmausschusses, der am Mittwoch tagt. Wochentags wird sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag gröber umgebaut, für den Sonntag hat man eine neue abendliche "Kunst"-Schiene kreiert.

Tägliche Musiksendung

Unter der Woche habe die Zeitzone 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr "Änderungsbedarf" gehabt – wegen sinkender Reichweiten, die letztendlich dem "Mittagsjournal" schaden könnten, wie es in den Erläuterungen zum Jahressendeschema Hörfunk 2017 heißt. Das bisherige "Konzert am Vormittag" passe "von der Klangfarbe oft nicht in diese Tageszone". Statt dessen gibt es künftig von 10.05 bis 11.00 Uhr eine "neue tägliche Musiksendung zu wechselnden Themen". Das ermögliche außerdem "endlich", auch um 11.00 Nachrichten auf Ö1 zu senden. Um 11.05 Uhr wird eine neue Literaturleiste eingezogen, um 11.30 das ebenfalls neue Magazin "Musik aktuell".

Auch der Nachmittag bringt einiges an Neuem. Als "Herzstück" wird eine "weitere Wortstrecke" mit einem Musikanteil bis zu 40 Prozent um 13.00 Uhr, also im Anschluss an das Flaggschiff "Mittagsjournal", bezeichnet. Unter dem Arbeitstitel "Punkt Eins" ist eine "semiaktuelle Diskursstrecke" geplant, in der Experten zu Wort kommen und Hörer mit einbezogen werden sollen. Dafür wird die bisherige Gesprächssendung "Von Tag zu Tag" – derzeit wochentags um 14.05 Uhr zu hören – eingestellt. An seine Stelle tritt nun das "Konzert am Nachmittag" – als Ersatz für das frühere vormittägliche Konzert. Kleinere Rochaden betreffen Formate wie das Kinderradio "Rudi!", die Ö1-Clubsendungen, die "Ö1-Kinderuni" oder "Moment – Leben heute".

Lange angekündigt, jetzt fix: Medienmagazin

Tatsächlich kommen soll nun das schon lange in Aussicht gestellte "Ö1 Medienmagazin", und zwar einmal im Monat am Freitags-Sendeplatz der "Dimensionen". Das Wissenschaftsmagazin verliert diesen Platz gänzlich, denn in den übrigen drei Wochen wird "Matrix – Computer und neue Medien" dort ausgestrahlt.

Dessen bisheriger Sendeplatz, der späte Sonntagabend, wird nämlich komplett umgestaltet. Der "Ö1 Kunstsonntag" ist von 19.00 bis 24.00 durchmoderiert und soll je zur Hälfte Musik- und Wortanteil bieten. Letzterer wird auch durch vorhandene Sendungen gespeist: Unterschlupf finden dort "Contra" (Kabarett), die "Tonspuren", "Texte – neue Literatur aus Österreich", "Synchron" (Film/Kunst) sowie das "Kunstradio". Das "Hörspiel-Studio" wird es nicht mehr geben – es soll im "Kunstradio" aufgehen. (APA, 11.11.2016)

  • Ö1 wird umgebaut.
    foto: oe1.orf.at/screenshot

    Ö1 wird umgebaut.

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