Sanierungsplan für südkoreanischen Schiffbauer STX abgesegnet

11. November 2016, 16:17
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Äußerst knappe Entscheidung gegen Abwicklung

Seoul – Mit knapper Mehrheit haben die Gläubigerbanken des tief verschuldeten südkoreanischen Schiffbauers STX den Sanierungsplan für das Unternehmen gebilligt. Die Gläubiger, bei denen STX mit 66,9 Prozent seiner Schulden in der Kreide steht, stimmten am Freitag alle für den Rettungsplan. Damit wurde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht.

Der viertgrößte Schiffbauer Südkoreas sitzt auf einem Schuldenberg von 7,3 Billionen Won (5,8 Milliarden Euro). Der einzige Unternehmensteil, der noch Gewinn macht, ist die Werft im westfranzösischen Saint-Nazaire.

STX leidet unter einem Rückgang der weltweiten Nachfrage und Managementfehlern. Im Mai stellte das Unternehmen Insolvenzantrag. Das Handelsgericht in Seoul hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass es vier Interessenten für STX gibt.

Neue Kredite

Am Freitag erklärte nun aber ein vom Gericht ernannter Sachverständiger, der Sanierungsplan sei "machbar". STX könne bis 2026 umgerechnet rund 787 Millionen Euro einnehmen, etwa durch Verkäufe von Unternehmensteilen, und neue Kredite aufnehmen.

Kaufen wollten STX laut der französischen Zeitung "Ouest-France" die China State Shipbuilding Corporation, Genting Hong Kong, Damen aus den Niederlanden sowie Fincantieri aus Italien.

STX Frankreich baut mit 2600 Beschäftigten Kreuzfahrtschiffe; weitere 5000 Mitarbeiter beschäftigt die Zulieferindustrie. Der französische Staat ist zu einem Drittel beteiligt. Die Auftragsbücher sind derzeit gut gefüllt. Die Werft war 2006 zunächst von Alstom an Aker Yards aus Norwegen und dann 2008 an STX gegangen. (APA, 11.11.2016)

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