30 mutmaßliche Drogendealer in Graz und Wien festgenommen

11. November 2016, 15:36
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18 in Graz, zwölf Männer in Wien als Verdächtige – Suchtgift im Straßenverkaufswert von 300.000 Euro sichergestellt

Wien/Graz – Grazer Ermittlern ist ein Schlag gegen die Drogenkriminalität gelungen. Insgesamt 30 Verdächtige in Graz und Wien wurden festgenommen. Die Polizei stellte große Mengen an Haschisch, Marihuana, Kokain und Ecstasy sowie 92.040 Euro an Drogengeld sicher. Der Straßenverkaufswert der Drogen beträgt rund 300.000 Euro, berichtete die Grazer Polizei bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Von den 30 Festgenommenen im Alter von 20 bis 40 Jahren sind 22 Asylwerber, vier anerkannte Flüchtlinge, drei illegal in Österreich Aufhältige und eine Tatverdächtiger wies sich mit italienischen Dokumenten aus. 23 Männer stammen aus Algerien, vier aus Afghanistan, zwei aus Marokko und einer aus Tschetschenien. Laut Polizeisprecher Fritz Grundnig war der mutmaßliche Drahtzieher ein 40-jähriger Algerier. Die Männer sollen das Suchtgift zumindest teilweise aus Tschechien nach Österreich gebracht haben.

Einige bereits verurteilt

Alle Festgenommenen sitzen in Justizanstalten, teilweise in U-Haft. Einige der in Graz festgenommenen Männer sind bereits rechtskräftig verurteilt, sagte Ermittlungsleiter Hermann Ozwirk der APA. Der Großteil der Drogenhändler zeigte sich laut Ozwirk geständig. Als Motiv gaben die Männer an, dass sie "große Mengen an Bargeld verdienen" wollten, schilderte Ozwirk.

Durch Hinweise kamen die Grazer Ermittler Anfang des Jahres auf eine algerische Tätergruppe, die rund um ein Lokal am Grazer Gürtel einen regen Suchtgifthandel betrieben hätten. Sowohl im Lokal als auch im nahegelegenen Josef-Huber-Park und im Grazer Stadtpark verkauften die Männer das Suchtgift.

18 Algerier festgenommen

Seit Jahresbeginn wurden im Rahmen der Operation "Lara" 18 Algerier in der Steiermark festgenommen. Die meisten Männer sind laut Polizei bereits einschlägig vorbestraft. Sie sollen mindestens 30 Kilogramm Cannabis an 250 Suchtgiftabnehmer aus sämtlichen steirischen Bezirken verkauft haben. Bei Hausdurchsuchungen im Grazer Stadtgebiet stellten die Kriminalistin fünf Kilogramm Cannabiskraut, 40 Gramm Cannabisharz und Drogengeld in der Höhe von 20.635 Euro sicher.

Das Suchtgift bezogen die Männer auch über in Wien ansässige Algerier. Über den Hauptverdächtigen kamen die Kriminalisten laut Ermittler Hermann Ozwirk auf die Wiener Zulieferer. Es folgten von 3. bis 24. Oktober vier Zugriffe in Favoriten und Brigittenau. Zwölf Männer wurden festgenommen, sie stammen aus Algerien, Marokko und Afghanistan. Diese Verdächtigen belieferten hauptsächlich Großdealer, seit Jahresbeginn sollen sie rund 150 Kilogramm Cannabis in ganz Österreich verkauft haben. Großabnehmer wurden im Raum Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Linz ausgeforscht und einige bereits festgenommen. Bei Hausdurchsuchungen in Wien beschlagnahmten die Ermittler rund 16 Kilogramm Cannabiskraut, 8,5 Kilogramm Haschisch, 115 Gramm Kokain und 44 Stück Ecstasy.

Niemand verletzt bei Zugriff

Der erste Zugriff in Wien erfolgte am 3. Oktober in der Jägerstraße in der Brigittenau. Als die Verdächtigen die Polizisten bemerkten, warfen sie ein Drogenpaket aus dem Fenster im siebenten Stock einer Wohnung. Das rund drei Kilogramm schwere Paket mit Cannabisharz fiel aus rund 20 Metern Höhe in den Hinterhof der Wohnanlage und schlug mehrere Äste eines Baumes ab.

Weil das Gebäude unter anderem von der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (Wega) entsprechend gesichert war, wurde niemand verletzt. Cannabisharz ist stark gepresst, laut Ozwirk vergleichbar mit einem Holzblock. "Wenn jemand vorbeigegangen wäre, hätte dies tödlich enden können", konstatierte Ozwirk. (APA, 11.11.2016)

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