Mission erfüllt: Die Kritik zum 1000. "Tatort"

12. November 2016, 19:00
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Nach Leipzig ist es ein langer und grausamer Weg, auf dem Rainald die überheblichen Kommissare mit Präzision demontiert

Einmal noch schlafen, dann ist Jubiläum. Der 1000. Tatort kommt aus ... Entgegen der Gewohnheit aus keiner bestimmten Stadt, stattdessen beschert Autor und Regisseur Alexander Adolph den Geburtstagsgästen ein doppeltes Crossover.

Dieses zwingt den Kieler Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) und die Ermittlerin aus Hannover, Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), nach einer Fortbildung per Zufall in ein gemeinsames Taxi.

Taxi und Tatort, klingelt da was? Taxi nach Leipzig hieß 1970 der erste Tatort, ebenso heißt auch der Jubiläumsfilm. Erneut geht die Fahrt quer durchs Land, aber diesmal wird sie zum Höllentrip.

foto: orf/ard/marc meyerbroeker
Der junge Taxifahrer Rainald (Florian Bartholomäi) ist etwas schräg drauf.

Herrje, wieder so ein armer Irrer, denkt man zunächst, als sich zeigt, dass der junge Taxifahrer Rainald (Florian Bartholomäi) etwas schräg drauf ist. Doch blitzartig wird klar: Er ist ein gefährlicher und hochintelligenter "Irrer"- ein traumatisierter Exsoldat, der in Afghanistan wegen falscher Befehle seines Vorgesetzten Unschuldige tötete. Und jetzt will der Chef auch noch Rainalds Ex in Leipzig heiraten. Das muss verhindert werden.

Doch nach Leipzig ist es ein langer und grausamer Weg, auf dem Rainald (einfach nur großartig gespielt) die überheblichen Kommissare samt ihrer Wir-können-doch-jedes-Problem-lösen-Attitüde mit einer Präzision demontiert und vorführt, die ihresgleichen sucht.

foto: orf/ard/marc meyerbroeker
Vorgeführt: Klaus Borowski (Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler).

Es ist ein wirklich spannender Tatort, ein Kammerspiel im Taxi, bei dem auch die kleinen Ausflüge in die Außenwelt keine Erholung bieten. Fazit: Mission zum Jubiläum erfüllt! Und wenn man sich noch was wünschen darf, dann sind das zwei Fernseh-Extrapreise – für den Schluss und ein kleines unscheinbares Kekserl. (Birgit Baumann, 12.11.2016)

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