Surface Book (2016) in ersten Tests: Solides Upgrade für Premium-Laptop

13. November 2016, 16:21
82 Postings

Microsofts Gerät überzeugt vorwiegend als Laptop – Lob für verbesserte Akkulaufzeit und flotteren Grafikprozessor

Ende Oktober hat Microsoft seine Surface-Reihe mit dem "Studio" um einen All-in-One-PC ergänzt. Doch diese war nicht die einzige Neuvorstellung auf dem Event. Auch das im vergangenen Jahr vorgestellte Surface Book erhielt etwas Aufmerksamkeit in Form einer Auffrischung.

Diese ist seit kurzem in den USA verfügbar. Erste Medien haben nun Rezensionen zur neuen Generation veröffentlicht.

Neue Grafikeinheit, mehr Akkulaufzeit

"With performance base" heißt das neue Modell, das einen Intel Core-i7-Prozessor der "Skylake"-Generation mitbringt. Die Dualcore-CPU taktet mit 2,6 GHz und kann mit bis zu 16 GB RAM und einem TB SSD-Speicher ergänzt werden.

Das bedeutendste Upgrade betrifft jedoch die Grafikeinheit: Der Nvidia Geforce GTX 965M-Chip soll einen deutlichen Leistungssprung zum bisher verwendeten GTX 940M bieten. Gleichzeitig verspricht Microsoft eine verbesserte Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden.

Außen alles beim alten

Die bisher bekannten Vor- und Nachteile des Surface Book-Konzepts bleiben wie gehabt. Weil die Tablet-Einheit mit 13,5 Zoll-Diagonale (3:2, 3.000 x 2.000 Pixel) recht groß und schwer ist, ist sie nur eingeschränkt portabel. Sie eignet sich für die Verwendung innerhalb eines Büros oder der eigenen Wohnung, kaum aber, um eigenständig auf längere Außenaufenthalte mitgenommen zu werden. Das empfiehlt sich auch aufgrund der deutlich kleineren Akkus nicht, der es auf etwa drei Stunden Betrieb bringt.

Die Möglichkeit, als Tablet genutzt zu werden oder den Bildschirm umgedreht an das Tastaturdock anzuhängen, erweitert zwar die Möglichkeiten des Surface Book, seine Stärken liegen aber im Laptop-Betrieb – sieht man von der notwendigerweise eigenwilligen Platzierung von Einschalttaste und Headseteingang ab, wie Wired erinnert. Gewöhnungsbedürftig ist, dass aufgrund des "Schlangenscharniers" der Laptop in zugeklappter Form nicht vollständig mit der Tastatur abschließt, wie es bei konventionellen Notebooks der Fall ist.

Alte Stärken

Nichts geändert hat sich an den bekannten Vorteilen des Book. Der Bildschirm erbringt neben hoher Auflösung auch sehr gute Darstellung von Farben und Kontrasten. Schreiben und Zeichnen mit dem Surface Pen geht gut von der Hand. Dazu unterstützt das Gerät nun auch das Surface Dial, wenn auch vorerst nur im Tischbetrieb. Unterstützung für Onscreen-Funktionen über das Anlegen des "Steuerknopfes" an den Bildschirm soll per Update nachgeliefert werden.

Dass dies bei dem im Vergleich zum Surface Studio kleinen Bildschirm sonderlich nützlich sein wird, wird allerdings bezweifelt. Das Keyboard bietet aufgrund seiner Größe und der angenehmen Haptik der Tasten ein überzeugendes Schreiberlebnis.

Versprechen erfüllt

Die Versprechungen von Microsoft ob der besseren Hardware erfüllen sich soweit auch. Die 16 Stunden Akkulaufzeit gelten für Videowiedergabe. Bei Engadget schaffte das Surface Book mit einer vollen Aufladung im reinen Videobetrieb mit 65 Prozent Displayhelligkeit eine Laufzeit von 16 Stunden und 15 Minuten.

Bei "normal schwerer" Alltagsbeanspruchung erreichte es im Test von The Verge zwischen neun und zehn Stunden, ehe die Lichter aus gingen. Damit liegt es je nach Szenario auf oder über dem Niveau der Spitzen-Notebooks von Apple und anderen Konkurrenten.

Schneller, aber kein Gaming-Gerät

Leistungstechnisch macht Microsofts Hybride in den synthetischen Benchmarks einen klaren Sprung nach vorne. Wenngleich man auf die aktuelle Geforce 10XX-Generation verzichtet, sollten damit Grafik- und Videobearbeitung spürbar flotter möglich sein. Mit dem Anwachsen des Grafik-RAM von einem auf zwei GB gibt es auch mehr Spielraum für aktuellere Games.

Ein Ersatz für einen Gaming-Laptop oder gar einen hochgerüsteten Stand-PC ist das Surface Book freilich nicht. Auch für Virtual Reality-Erlebnisse ist das Convertible nicht gerüstet, wenn man von den Mindestspezifikationen von Systemen wie Oculus Rift oder HTC Vive ausgeht.

Fazit

Insgesamt bieten die neuen "Performance Base"-Modell des Surface Book ein solides Upgrade zum Vorjahr. Die höhere Leistung und Akkulaufzeit machen es für weitere Nutzergruppen interessant. In Ermangelung großer neuer Features haben jedoch Besitzer der 2015er-Version kaum Grund für einen Umstieg.

Wer nach einem neuen Gerät sucht und Bedarf für einen abnehmbaren Bildschirm oder gute Stifteingabe hat, findet jedoch ein attraktives Angebot vor – sofern man bereit ist, den Premium-Preis zu zahlen. In der vollen Ausbaustufe verlangt man 3.299 Dollar für das Gerät. (gpi, 11.11.2016)

  • Microsofts Gerätechef Panos Panay bei der Vorstellung der 2016er-Generation des Surface Book.
    foto: apa/afp/don emmert

    Microsofts Gerätechef Panos Panay bei der Vorstellung der 2016er-Generation des Surface Book.

Share if you care.