Beamte verhandeln Gehalt erstmals ohne Fritz Neugebauer

11. November 2016, 09:51
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Nach Metallern und Handel sind die Beamten dran. Fast 500.000 Beschäftigte sind indirekt betroffen

Wien – Die Beamten eröffnen am Dienstag nach den Metallern und den Handelsangestellten als dritte große Berufsgruppe ihre Gehaltsverhandlungen. Betroffen davon sind mehr als 200.000 Bedienstete direkt und rund 260.000 indirekt. Ergebnisse wird es in der ersten Runde noch nicht geben, mit einer konkreten Gewerkschaftsforderung oder einem Angebot der Regierung ist noch nicht zu rechnen.

Zum Auftakt wird es darum gehen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen außer Streit zu stellen. Dazu eingeladen wurden Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die die Wirtschaftsdaten erläutern sollen. Basis der Gehaltserhöhung sollen jedenfalls die Inflationsrate und das Wirtschaftswachstum sein. Außerdem hat die Gewerkschaft bereits angekündigt, sie wolle heuer auch die besonderen Belastungen durch die Flüchtlingskrise abgegolten haben.

Ohne Neugebauer

Neu sind heuer auf beiden Seiten die Verhandlungsführer. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) wird erstmals von Norbert Schnedl angeführt, der Fritz Neugebauer nach 19 Jahren als Vorsitzender abgelöst hat. Für die Regierung sitzt erstmals Staatssekretärin Muna Duzdar am Verhandlungstisch.

Überraschend wird schon zur ersten Runde auch Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) erwartet. Neben der GÖD wurden auch die für die Gemeindebediensteten zuständige Gewerkschaft younion, sowie Vertreter der Länder, des Städtebundes und des Gemeindebundes eingeladen. Grund dafür ist der große Kreis an Betroffenen.

Fast 500.000 Betroffene

Direkt betroffen sind rund 131.000 Bedienstete des Bundes, 6.600 in ausgegliederten Bereichen (ohne Post) und 66.000 Landeslehrer. Zusätzlich sind rund 260.000 Beschäftigte bei den Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden, die den Bundesabschluss zumeist übernehmen oder sich daran orientieren, indirekt betroffen.

Für heuer hatten die Beamten eine Gehaltserhöhung um 1,3 Prozent bekommen. Die Einigung war im Herbst des Vorjahres ungewöhnlich rasch schon in der dritten Verhandlungsrunde erzielt worden. Die Metaller haben für nächstes Jahr bereits mit durchschnittlich 1,68 Prozent abgeschlossen, die Handelsangestellten mit durchschnittlich 1,33 Prozent. (APA, 11.11.2016)

  • Fritz Neugebauer hat fast zwei Jahrzehnte die Kollektivvertragsverhandlungen für die Beamten geführt.
    foto: apa / techt

    Fritz Neugebauer hat fast zwei Jahrzehnte die Kollektivvertragsverhandlungen für die Beamten geführt.

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