Ärzte ohne Grenzen: Arbeit in Krisengebieten

16. November 2016, 15:08
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Helfen nach Überschwemmungen und Erdbeben sowie dort, wo Krieg herrscht: Marion Jaros-Nitsch über die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen

Frage: Was ist Ärzte ohne Grenzen?

Antwort: "Wir sind eine medizinische Hilfsorganisation und helfen dann, wenn es in einem Krisengebiet zu wenige Ärzte und Krankenhäuser gibt. Das ist zum Beispiel nach Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen der Fall, aber auch in Kriegsgebieten", erklärt Marion Jaros-Nitsch von Ärzte ohne Grenzen. Die Hilfe ist für die Patienten kostenlos. Das Geld für die Arbeit komme hauptsächlich durch Spenden von Privatpersonen. Gegründet wurde die Organisation 1971 in Paris.

Frage: Ist die Arbeit gefährlich?

Antwort: "Ja, sie kann gefährlich sein. Gerade im letzten Jahr wurden einige unserer Krankenhäuser angegriffen", sagt Jaros-Nitsch. Es gibt zwar ein internationales Gesetz, das Humanitäre Völkerrecht, das Angriffe auf medizinische Einrichtungen verbietet, aber leider würden sich nicht immer alle daran halten.

Ärzte ohne Grenzen spreche daher immer wieder mit den Verantwortlichen und betone, dass man allen Menschen helfe, ganz egal, zu welcher Seite sie in einem Krieg gehören. "Außerdem treffen wir Maßnahmen, um unsere Teams so gut wie möglich zu beschützen."

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien sich der Gefahr aber bewusst und gehen freiwillig in Kriegsgebiete. "Sie machen das, weil sie überzeugt davon sind, dass jeder Mensch ein Recht auf medizinische Behandlung hat, egal in welchem Land er lebt und egal welche Hautfarbe oder Religion er hat." (Lisa Breit, 16.11.2016)

Die STANDARD-Kinderuni ist eine Kooperation mit Ö1 und kinderuni.at. Die letzte Ö1-Kinderuni am Sonntag widmete sich dem Thema "Vorbereitet für den Notfall? Von Katastrophen und Helfer/innen." und ist bis Sonntag online nachzuhören. In der nächsten STANDARD-Kinderuni geht es um psychische Krankheiten.

  • Ein Arzt ohne Grenzen im Einsatz.
    foto: ärzte ohne grenzen/nichole sobecki

    Ein Arzt ohne Grenzen im Einsatz.

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    foto: der standard
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