Irland: Sympathische Kampfschweine

11. November 2016, 08:27
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Die Mannschaft von Martin O'Neill möchte im Qualifikationsspiel in Wien gegen Österreich an die Grenzen gehen

Dublin/Wien – Irlands Teamchef Martin O'Neill hat noch vor dem Abflug nach Wien die Rollen für das WM-Qualifikationsspiel am Samstag im ausverkauften Happel-Stadion (18 Uhr) verteilt. Der Druck, sagte der 64-Jährige, liege eindeutig bei den Österreichern. "Da sie nach drei Partien bereits drei Punkte Rückstand haben, können sie sich keinen Umfaller leisten. Noch dazu vor eigenem Publikum. Die Österreicher müssen in diesem Spiel etwas holen, um im Rennen zu bleiben." Vor der Truppe von Marcel Koller zeigte der Nordire aber Respekt. "Das ist eine gute Mannschaft mit tollen Fußballern." Deshalb müsse sein Team an die Grenzen gehen, um ein positives Resultat zu erreichen. "Wir müssen hinten Fehler vermeiden und so oft wie möglich nach vorne kommen."

Gute Position

O'Neill fehlen aufgrund von Verletzungen gleich sechs Akteure, darunter die Stammspieler Shane Long, Stephen Ward und James McCarthy. Glenn Whelan hingegen ist im Vollbesitz seiner Kräfte, der Klubkollege von Marko Arnautovic bei Stoke City strotzt vor Selbstvertrauen. "Wir sind in einer wirklich guten Position. Wenn wir in Wien das richtige Resultat erreichen, sind wir weit vor den Österreichern und würden damit noch mehr Druck auf sie ausüben", sagte der Mittelfeldspieler.

Whelan erzählte von kleinen Sticheleien zwischen ihm und Arnautovic, der die Premier-League-Partie am Samstag bei West Ham United wegen einer Gelbsperre versäumt hatte. "Ich habe ihm gesagt, er hat sich die Gelbe nur abgeholt, damit er für das Spiel gegen uns frisch ist." Er und Arnautovic würden im Happel-Stadion versuchen, einander "Brocken aus dem Körper zu hauen", aber nur im Spaß. Arnautovic nennt Whelan einen "kompakten Spieler, der weiß, wie man draufhaut und die Bälle verteilt". Jonathan Walters ist ebenfalls bei Stoke engagiert, über den Flügelspieler sagt Arnautovic: "Der ist kein Mensch mehr, der ist eine Maschine." Arnautovic selbst wird "wie immer alles geben". Er warnte davor, die Iren nach dem Rücktritt des legendären Robbie Keane als Elf der Namenlosen zu bezeichnen. "Gestandene Spieler aus der Premier League." Martin Harnik spricht von "Kampfschweinen", und das ist ein Kompliment.

Irland liegt in der Weltrangliste drei Plätze hinter Österreich an 33. Stelle. Bei der EM in Frankreich scheiterte man im Achtelfinale am Gastgeber (1:2). Die prinzipiell rustikale Spielweise war gegen Österreich nur selten von Erfolg gekrönt. In 14 Duellen siegten die Inselkicker zweimal, spielten dreimal unentschieden und gingen gleich neunmal als Verlierer vom Platz. Wie irische Medien berichteten, haben die "boys in green" in Europa nur gegen England, Schottland und Spanien eine höhere Niederlagenquote. Nicht einmal gegen Kapazunder wie Deutschland, Italien oder Frankreich schnitt Irland in Relation so schlecht ab wie gegen das ÖFB-Team. (red, APA, 11.11.2016)

Irlands 28-Männer-Kader für das WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Wien gegen Österreich:

Tor:
Darren Randolph (West Ham United)
Keiren Westwood (Sheffield Wednesday)
Colin Doyle (Bradford City)

Abwehr:
Seamus Coleman (Everton)
Richard Keogh (Derby County)
Alex Pearce (Derby County)
John O'Shea (Sunderland)
Ciaran Clark (Newcastle United)
Paul McShane (Reading)
Shane Duffy (Brighton & Hove Albion)
Andy Boyle (Dundalk)

Mittelfeld:
Aiden McGeady (Preston North End)
James McClean (West Bromwich Albion)
Jeff Hendrick (Burnley)
Glenn Whelan (Stoke City)
Harry Arter (Bournemouth)
Eunan O'Kane (Leeds United)
David Meyler (Hull City)
Stephen Gleeson (Birmingham City)
Robbie Brady (Norwich City)
Wes Hoolahan (Norwich City)
Callum O'Dowda (Bristol City)
Jonathan Hayes (Aberdeen)
Daryl Horgan (Dundalk)

Angriff:
Jonathan Walters (Stoke City)
Adam Rooney (Aberdeen)
Kevin Doyle (Colorado Rapids)
David McGoldrick (Ipswich Town)

  • Jonathan Walters (rechts) ist laut Arnautovic eine Maschine.
    foto: reuters/djurica

    Jonathan Walters (rechts) ist laut Arnautovic eine Maschine.

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