Proteste gegen Trump "von Medien angestachelt"

11. November 2016, 06:59
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US-Wahlsieger sieht "Berufsdemonstranten" am Werk – Pepsi-Chefin berichtet von Ängsten ihrer Angestellten

Washington/New York/Purchase – Wahlsieger Donald Trump hat den Medien die Schuld an Protesten gegen ihn gegeben. Gerade sei eine sehr offene und erfolgreiche Präsidentenwahl zu Ende gegangen, twitterte Trump. "Jetzt protestieren Berufsdemonstranten, angestachelt von den Medien. Sehr unfair!"

Seit Mittwoch gehen tausende Menschen in Städten im ganzen Land auf die Straße und machten ihrem Unmut über den Ausgang der Präsidentenwahlen Luft. Demonstranten versammeln sich auch vor dem Trump-Tower in New York, wo der Milliardär wohnt.

Tausend Demonstranten in San Francisco

Etwa tausend Demonstranten, die meisten von ihnen Schüler, zogen am Donnerstag zum Rathaus in San Francisco. Sie riefen "Nicht mein Präsident" und blockierten den Verkehr.

In Los Angeles protestierten hunderte Studenten auf dem Campus der University of California (UCLA) gegen Trump. "Ich kann nicht glauben, dass wir nun einen rassistischen, fremden- und frauenfeindlichen Präsidenten bekommen", sagte die Demonstrantin Daisy Rivera. Auch in anderen kalifornischen Städten wie Napa und Hayward versammelten sich Trump-Gegner zu Protesten.

In New York kamen etwa 200 Demonstranten im Washington Square Park in Manhattan zusammen. Weitere Studentenproteste gab es unter anderem im Bundesstaat Texas.

Bereits am Mittwoch waren landesweit zehntausende Menschen gegen Trump auf die Straße gegangen. Die meisten Aktionen blieben friedlich, es gab aber auch Gewaltausbrüche. Für das Wochenende wurden weitere Proteste angekündigt.

Pepsi-Chefin: Angst in der Belegschaft

Die Chefin des US-Getränkeriesen Pepsi berichtet unterdessen von erheblichen Ängsten in der Belegschaft nach dem Wahlsieg des Rechtspopulisten. "Unsere Angestellten fragen sich: 'Sind wir hier noch sicher?'", sagte Indra Nooyi am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in New York. Das betreffe "insbesondere jene Angestellten, die nicht weiß sind oder die schwul, lesbisch oder transsexuell sind", sagte die Konzernchefin.

Von dem designierten Präsidenten verlangte Nooyi, "als erstes klarzustellen, dass in den Vereinigten Staaten jeder sicher ist". Sie könne nur hoffen, dass Trumps Ausfälle gegen Einwanderer, Muslime und andere Minderheiten "lediglich Wahlkampfrhetorik" gewesen seien.

Pepsi-Chefin Nooyi ist selbst indischer Abstammung. Im Wahlkampf hatte sie Trumps Gegnerin Hillary Clinton unterstützt. Pepsi legt nach eigenen Angaben großen Wert auf Diversität in der Konzernbelegschaft. (APA, 11.11.2016)

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