Donald Trumps Filmkarriere: Der Wrestler

10. November 2016, 18:18
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Nahezu alle TV-Stationen befüllten ihr Programm zum US-Wahlspektakel mit hintergründigem Programm

Eines muss man dem amerikanischen Wahlvolk lassen: dass es verdienten Randfiguren der Populärkultur immer wieder auch den Zugang zu hohen politischen Würden nicht versagt. Zum ersten Mal seit Western-Haudegen Ronald Reagan wird mit Donald Trump wieder ein Mann mit Schauspielerfahrung ins Weiße Haus einziehen.

Nahezu alle TV-Stationen hatten versucht, angesichts des Wahlspektakels auch den amerikanischen Repräsentationsfilm ein wenig zu würdigen: hintersinnig der ORF ("American Beauty"), jovial Servus TV ("Swing Vote – Die beste Wahl"), brachial Kabel 1 ("Der Anschlag", gefolgt von "Ausnahmezustand").

In den zahlreich gesendeten Porträts über Trump wurden dessen filmische Versuche allerdings kaum detailliert besprochen. Dabei hätten schon allein die Titel einer umfassenden Charakterisierung Genüge getan: "Die kleinen Superstrolche", "Mein Geist will immer nur das Eine" (Goldene Himbeere!), "Kevin allein in New York", "Ein Chef zum Verlieben", "Kindsköpfe 2" und immerhin "Sex and the City".

Sehr wohl gewürdigt wurden des Präsidenten schlagkräftige Auftritte beim Show-Wrestling, wo Trump-Sätze wie "Bomb the shit out of them" immerhin mit der Gewissheit gepflegt werden, dass alles rein metaphorisch bleibt – sich also niemand wirklich angacken muss.

Bei diesen Szenen erfasste irgendwo ganz oben in der Lugner-City auch Austro-Trump Mörtel der Grant. Auf die spaßbefreite heimische Entertainmentkultur nämlich. So ein Tag-Team-Match im Verbund mit Watschenmann Felix Baumgartner gegen Rudolf und Andi von den "Grokos", gesendet zur Primetime auf ORF Sport Plus, hätte im Wahlkampf vielleicht noch einmal alles zum Guten gewendet. Damn! (Stefan Weiss, 10.11.2016)

  • Donald Trump hatte in "Sex and the City 2" eine Gastrolle.
    foto: warner bros

    Donald Trump hatte in "Sex and the City 2" eine Gastrolle.

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