Gewerkschaft: Hygiene-Lücke in Salzburger Landeskliniken

10. November 2016, 16:19
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Die Auslagerung wichtiger Tätigkeiten rund um den Patienten an eine Fremdfirma sorgt in Salzburger Spitälern für Probleme, so die Gewerkschaft. Sie fordert Veränderungen

Die Gewerkschaft vida macht sich Sorgen um die Hygiene in den Salzburger Landeskliniken (SALK). Nach der Auslagerung des Patientenservice im Jahr 2013 an eine private Firma sei es Mitarbeitern nahezu unmöglich, hygienisch einwandfrei zu arbeiten, sagte vida-Landesvorsitzender Rudolf Schuchter kürzlich bei einer Pressekonferenz. Mängel seien bisher nur schleppend bis gar nicht behoben worden.

In den Landeskliniken erledigt die Firma Apleona Tätigkeiten rund um die Patienten. Das Unternehmen war bis vor kurzem eine Tochter des deutschen Bilfinger-Konzerns, wurde aber im Oktober 2016 an einen schwedischen Investor verkauft und umbenannt. In den SALK kümmern sich derzeit 130 Apleona-Mitarbeiter um das Servieren und Abservieren der Speisen, das Aufbereiten der Betten oder um Reinigungsarbeiten nahe am Patienten, etwa dem Abwischen der Nachtkästchen. Auf mittlerweile 37 Stationen der SALK hat die Firma diese Arbeiten übernommen, seit 2013 hat sich der Personalstand nahezu verdoppelt.

Doch für die 130 Mitarbeiter stehen momentan nur 45 Spinde zur Verfügung. "Das ist keine vernünftige Möglichkeit, Arbeitskleidung zu lagern. Wenn sich mehrere Personen Kästen und Spinde teilen, kann die Wäsche nicht vor einer neuerlichen Verunreinigung geschützt werden", sagte vida-Landessekretär Kajetan Uriach. "Obwohl das Arbeitsinspektorat bereits drei Mal vor Ort war und den Arbeitgeber informiert hat, hat sich an der Situation nichts verbessert." Auch eine Anzeige des Arbeitsinspektorats im Juni blieb bis jetzt ohne Folgen.

Auslagerung überdenken

"Bis ins Jahr 2015 mussten die Mitarbeiter ihre Arbeitskleidung sogar privat zu Hause waschen", berichtete Uriach. "Das war aus zwei Gründen bedenklich. Zum einen konnte eine Verunreinigung der privaten Wäsche mit Krankenhauskeimen nicht ausgeschlossen werden. Zum anderen konnte nicht sichergestellt werden, dass zuhause alle Keime abgetötet werden." Mittlerweile wurde zwar ein Wäschekreislaufsystem eingeführt. "Aber bis es dazu kam, haben wir fast ein Jahr dafür gekämpft", sagte Uriach.

Zugleich orten Gewerkschaft und der Apleona-Betriebsrat weitere Probleme: So fehlen für die Mitarbeiter geeignete Pausenräume, immer wieder komme es zu Arbeitszeitüberschreitungen. "2015 wurde bei mehreren Mitarbeitern an Tagen, an denen sie ohnehin dienstfrei hatten, Urlaub eingetragen", sagte Uriach. "Auf unsere Kritik hat es von Unternehmensseite geheißen, man sei mit den SALK in Gesprächen. Aber wir warten jetzt schon relativ lange auf Antwort."

Vida-Landesvorsitzender Schuchter regte am Donnerstag an, die Auslagerungen von Patientenservice und Reinigung noch einmal zu überdenken. "Das Billigstbieterprinzip sorgt für Probleme. Außerdem arbeiten Fremdfirmen rein gewinnorientiert." Andere Spitäler würden eigene Tochterfirmen gründen und das Service dort hin auslagern. Schuchter nahm am Donnerstag auch die SALK-Führung und den politisch zuständigen LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) in die Pflicht. "Obwohl die Missstände bekannt sein müssten, wird von Seite des Auftraggebers wenig bis nichts zur Verbesserung der Situation unternommen."

Reaktion der SALK

Die Salzburger Landeskliniken haben noch am Donnerstag zur Kritik der Gewerkschaft Stellung genommen. "Wir teilen die Ansicht des Arbeitsinspektorats und haben auf seine Hinweise für die Mitarbeiter der Fremdfirma um rund 12.000 Euro Spinde gekauft. Diese werden den 130 Mitarbeitern in zwei Wochen zur Verfügung stehen", sagte Kliniksprecherin Mick Weinberger.

"Zusätzlich können die Mitarbeiter für Pausen entweder im Speisesaal der SALK Mittagessen oder sich in den Stationen auf den Pflegestützpunkten – wie ihre Kollegen aus der Pflege – aufhalten." Dies sei auch für den Team-Gedanken besser als getrennte Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter. Das an eine Fremdfirma vergebene "Patientenservice" habe sich im Haus gut etabliert. Patienten würden die dafür zuständigen Mitarbeiter seit Jahren konstant mit der Schulnote 1,2 bewerten. "Darüber hinaus gibt es zum Patientenservice in den Kliniken auch positive Publikationen in den Fachmedien", sagte Weinberger. (APA, 10.11.2016)

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