"La Critica": Unterhaltsame Ausgrabung barocker Art

10. November 2016, 16:00
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Das Originalklangensemble Concerto Stella Matutina mit Niccolò Jommellis Oper in Götzis

Probe für eine neue Oper: Das Orchester ist da und wartet, bis es losgeht, die Sänger vertreiben sich die Zeit mit Kartenspiel, der Librettist schimpft auf den Komponisten. Alle bemühen sich um die Primadonna Gioconda. Und neben all dem Trubel wird dann auch tatsächlich geprobt.

Das ist der Stoff von Niccolò Jommellis Oper La Critica aus 1766, dem ein besonders Händchen für musikalische Komik nachgesagt wurde. Das Originalklangensemble Concerto Stella Matutina, benannt nach der ehemaligen Klosterschule, in der sich heute das Landeskonservatorium Feldkirch befindet, hat das Stück für seine erste Produktion einer Barockoper ausgegraben und eine eigene Notenedition hergestellt.

Parodie auf Theaterwelt

Cellist und Dirigent Thomas Platzgummer leitet das Ganze im buchstäblichen Sinne, indem er wie die Inkarnation eines historischen Theatermachers als Dirigent, Regisseur, Cellist, Übersetzer sowie Bühnen- und Kostümbildner in Personalunion fungiert. Dieses Vorgehen biete sich gerade bei La Critica an, meint er, um "die Realität einer Opernprobe glaubwürdig zu inszenieren".

Das Werk sei "eine herrlich wahre Parodie auf die Theaterwelt. Der Probenalltag hat sich in den letzten 250 Jahren kaum verändert. Außerdem werden hier Musiker von Musikern gespielt, die Sänger sind Sänger: eine Doppelung, die das Stück spannend und unterhaltsam macht."

Nach Aufführungen in Vorarlberg geht die Produktion, die auch für die Ö1-Sendung Alte Musik im Konzert (29. 12., 10.05) und für eine CD mitgeschnitten wird, auf eine kleine Tournee – nach Südtirol und dann auch zurück zu ihrem Uraufführungsort, ins Residenzschloss Ludwigsburg. (daen, 10.11.2016)

11. und 12. 11., 20.00, Kulturbühne Ambach, Götzis

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