Ein Sieg macht Rosberg zum Weltmeister

10. November 2016, 13:21
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Rosbergs Weg zur möglichen WM-Krönung in Interlagos: Deutscher ließ sich nicht runterziehen von Tiefs

Sao Paulo – Nico Rosberg fährt in diesem Jahr unbeirrt seinen Kurs. Und der kann ihn am Sonntag auf den WM-Thron führen. Die Lehrjahre bei Williams in einem Auto, mit dem Siege aussichtslos waren. Die nächsten Lehrjahre, als bereits erfahrenerer Formel-1-Pilot neben dem noch viel erfahreneren und vor allem maßlos erfolgreicheren Michael Schumacher. Und dann auch das beinharte Duell mit Lewis Hamilton.

Rosberg hat aus zehn Jahren Formel 1 immer etwas mitgenommen, an sich gearbeitet, alles zu optimieren versucht. Und nun steht er da, in der elften Saison in der Motorsport-Königsklasse so kurz vor dem Weltmeistertitel.

Rosberg hat für sich den Mittelweg gefunden. Er hat seine Siege gefeiert und genossen, er hat sich aber vom Erfolg nicht verführen lassen. "Das war ein perfektes Rennen und ein super Start ins neue Jahr", sagte Mercedes-Pilot Rosberg vor rund acht Monaten. Er hatte gerade den Auftakt in Australien gewonnen. "Wir haben aber noch viele Rennen vor uns." 20, um genau zu sein. Weitere acht beendete Rosberg bisher als Sieger. Nachdem er in Sotschi das vierte Rennen in Serie zu Saisonbeginn gewonnen hatte, prophezeite er: "Es sind erst vier Rennen, Lewis wird zurückkommen, da bin ich sicher."

Starke Phase nach dem Sommer

So war es. Von den folgenden acht Grand Prix gewann Hamilton sechs, er machte aus einem 43-Punkte-Rückstand einen 19-Punkte-Vorsprung. Was machte Rosberg? Er beschwor sich selbst. Es sei nicht schwerer an Tagen wie diesen, den Glauben an sich zu bewahren. "Weil ich genug Möglichkeiten habe, mir selbst zu zeigen, dass ich nach schwierigen Momenten immer am stärksten bin".

Und Weltmeister Hamilton bekam in der Tat zu spüren, dass Rosberg unerschütterlicher ist als noch in den vergangenen beiden Jahren. Der 31-jährige Deutsche gewann die vier Rennen nach der Sommerpause, hatte seine Startprobleme in den Griff bekommen, Hamilton eher weniger. Erst als er merkte, dass er dabei ist, die WM-Kampagne endgültig zu verspielen, schien der 31-jährige Engländer seine Herangehensweise auch noch mal zu intensivieren.

Keine Frage, bisher ist Rosberg im Gegensatz zu Hamilton auch von größeren Problemen mit dem "Silberpfeil" verschont geblieben. Sein einziger Ausfall beruhte auf der Kollision mit Hamilton in Montmelo/Barcelona.


Die später folgenden Defekte hinterließen dann Spuren bei Hamilton. Er wirkte gereizter, die Frustschwelle sank, die Hemmschwelle, öffentliche Kritik an seinem Arbeitgeber zu üben, ebenso. Die britische Zeitung "The Sun" schrieb schon vom gedrückten "Selbstzerstörungsknopf". In Suzuka bekannte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Er muss jetzt zur Ruhe kommen und sich sammeln."

Hamilton, der erst ein Jahr nach Rosberg (2006) in die Formel 1 einstieg und mit 51 mehr als doppelt so viele Grand-Prix-Siege bejubeln konnte wie der Deutsche (23), ließ sich von Tiefs noch mehr nach unten ziehen, so schien es manchmal in diesem Jahr. Rosberg versuchte sie zu verarbeiten und daraus zu lernen. Das brachte ihn in die komfortable Situation, mit 19 Punkten Vorsprung in das vorletzte Rennen am Sonntag in Brasilien (17.00 Uhr MEZ/live ORF eins, RTL und Sky) starten zu können. Ein Sieg macht ihn zum Weltmeister. "Ich weiß das, es ist cool, in der Situation zu sein", betonte Rosberg, "aber ich werde meinen Ansatz nicht ändern, weil es sich so am besten anfühlt." (APA; 10.11.2016)

Sämtliche sechs Szenarien, wie Rosberg bereits in Brasilien Weltmeister wird:

  • Wenn Rosberg auf dem Kurs in Interlagos gewinnt

  • Wenn Rosberg Zweiter und Hamilton bestenfalls Vierter wird

  • Wenn Rosberg Dritter und Hamilton bestenfalls Sechster wir

  • Wenn Rosberg Vierter und Hamilton bestenfalls Achter wird

  • Wenn Rosberg Fünfter und Hamilton bestenfalls Neunter wird

  • Wenn Rosberg Sechster und Hamilton bestenfalls Zehnter wird
  • Kann in Sachen WM-Titeln mit Vater Keke gleichziehen: Nico Rosberg.
    foto: reuters/whitaker

    Kann in Sachen WM-Titeln mit Vater Keke gleichziehen: Nico Rosberg.

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    grafik: apa
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