Miley Cyrus appelliert unter Tränen, auch die Lady Liberty weint

10. November 2016, 11:18
8 Postings

Künstler und Kreative reagieren auf die US-Wahlentscheidung. Die Freiheitsstatue wird im Netz zum beliebten Motiv

Wien – Hollywood, die Musikbranche, Künstler – sie standen in den letzten Monaten, man kann es bis auf wenige Ausreißer "geschlossen" nennen, hinter Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Oder zumindest gegen den nun zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump.

US-Schriftsteller Dave Eggers etwa initiierte im Oktober die Spotify-Playlist "30 Days, 30 Songs": Bis zum Wahltag veröffentlichten Künstler wie Death Cab for Cutie und Franz Ferdinand täglich einen neuen Anti-Trump-Song.

30 days, 30 songs

Manche Bands hatten dem Milliardär bereits im Vorfeld dieses Protests untersagt, ihre Songs auf Wahlkampfveranstaltungen und für PR-Zwecke zu nutzen. Aber das ist vorbei. Es hat alles nichts genützt. Aber das ist vorbei. Es hat alles nichts genützt.

"Liebe, Mitgefühl und Respekt"

Am Mittwoch hat sich US_Sängerin Miley Cyrus nach der Wahlniederlage ihrer Wunschkandidatin Hillary Clinton mit einer tränenreichen Videobotschaft an Donald Trump gewandt, auf Twitter postete sie ein über zwei Minuten langes Video. Darin bittet sie den zukünftigen US-Präsidenten schluchzend, die Menschen mit Liebe, Mitgefühl und Respekt zu behandeln.

miley cyrus army

Man sollte die Menschen so annehmen, wie sie sind, daher würde sie auch ihn als Präsidenten akzeptieren, sagte Cyrus in Tränen aufgelöst. Sie stellte zuvor aber auch klar, dass sie jeden außer Trump im Wahlkampf unterstützt habe, erst Bernie Sanders, dann Clinton. Sie sei unendlich traurig darüber, dass es Clinton nun verwehrt bleibt, als erste US-Präsidentin ins Weiße Haus zu ziehen. Am Ende schluchzt sie: "Danke, Hillary, dass du uns alle inspiriert hast."

Kritisch und satirisch

Andere Kreative machen sich jetzt daran, den Trump'schen Sieg kritisch und satirisch zu kommentieren. Beziehungsweise drehen manch Arbeiten jetzt, da die Wahl gelaufen ist, in den sozialen Netzwerken noch einmal ihre Runden.

Eines der beliebtesten Motive dabei: die Freiheitsstatue. Als Wahrzeichen für die USA und den damit – bisher – einhergehenden Gedanken eines freien, weltoffenen Landes, hat sie gleich doppelte Symbolfunktion. Denn zum anderen ist sie eine Frau.

Eine eigene Welle an freiheitsstatuen-basierter Protestkunst hatte bereits Trumps Pussy-Sager ausgelöst. Über die Grenzen der USA hinaus. Der in Hamburg ansässige Illustrator Lennart Gäbel etwa veröffentlichte vor drei Wochen einen Trump, der der Freiheitsstatue unter’s Kleid greift. The Let You Do It, nannte er die Arbeit in Anspielung an Trumps Pussy-Sager. Und so heißt auch ein von Brandon Carter auf Youtube veröffentlichter Rapsong zum Thema.

Die Freiheit weint

In einer Zeichnung von David Rowe liegt die Fackelträgerin jetzt mit schreckensstarr geweiteten Augen abgewandt neben Trump im Bett. Eine USA-Flagge als Decke. "Good Morning America", säuselt es aus dem Mund des Goldkettchenbehängten. Ein böses Erwachen für Teile der US-Bevölkerung.

foto: screenshot: twitter

Ebenso lässt Trumps Wahlsieg eine Arbeit der Londonder Künstlerin Gee Vaucher aus dem Jahr 1989 erneut kursieren. Oh America heißt die weinende Lady Liberty. Auch mit erloschener Fackel, die letzten Rauchschwaden steigen von ihr auf, des in Berlin lebenden Künstlers Tony Futura ist sie ein deutlicher Kommentar.

foto: screenshot: instagram

Bleiben oder nicht?

Ob die Schauspieler, Musiker und Co., die angekündigt hatten, im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump das Land zu verlassen, ihre Drohung nun wahr machen werden? Nicht nachkommen dürfte jedenfalls Cher ihrer Aussage von vor einem Jahr: "Wenn er gewählt werden sollte, ziehe ich auf den Jupiter." (APA, wurm, 10.11.2016)

Share if you care.