Forscher entwickeln aus Schrott einfachen Hochleistungsakku

10. November 2016, 10:30
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Der Akku ist einfach herzustellen und könnte in Zukunft Smart-Home-Geräte versorgen

Abfälle vom Schrottplatz und herkömmliche Haushaltschemikalien dienen Forschern der Vanderbilt University in Nashville, Tennesse, zum Bau eines neuartigen Akkus. Mit einem Prototyp konnten sie bereits eine LED mit Strom versorgen. In Zukunft könnte der Akku für Smart-Home-Geräte eingesetzt werden, heißt es in einer Aussendung der Universität.

Vorlage Bagdad-Batterie

Der Akku besteht aus einem Glasbehälter, in dem sich Stahl, Messing und Waschmittel befinden. Wird dieses Gebilde mithilfe einer weiteren (nicht näher genannten) Haushaltschemikalie anodisiert, bildet sich ein Netz aus Metalloxiden in Nanometer-Größe. In Reaktion mit einem Wasser-basierten Elektrolyt kann das Netz Energie speichern und freisetzen.

vanderbilt university

Als Vorlage dient den Forschern die sogenannte Bagdad-Batterie. Mithilfe eines Kupferblechs und Eisenstäbchen in einem Terrakotta-Topf könnte sie bereits vor über 2.000 Jahren Elektrizität erzeugt haben. Ob das wirklich das Fall ist, darüber streiten Wissenschaftler. Den Forschern der Vanderbilt University war das simple Modell jedenfalls Inspiration.

Interessant für DIY-Projekte

Der Prototyp wurde bereits für 5.000 Ladezyklen getestet – das entspricht einem Zeitraum von 13 Jahren mit täglichem Ent- und Aufladen. Danach verfügte der Akku noch immer über eine Kapazität von 90 Prozent. Die Forscher weisen darauf hin, dass ihre Batterie im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Akkus aus nicht brennbaren Bestandteilen hergestellt wird.

Sie hoffen, dass der Akku aufgrund seiner einfachen Bauweise und leicht zu beschaffenden Komponenten in der DIY-Community Verwendung findet. Das könnte so weit gehen, dass Hausbesitzer sich mit selbst hergestellten Akkus unabhängig vom öffentlichen Stromnetz machen könnten, glauben die Wissenschaftler. Nun arbeiten die Forscher daran, eine leistungsfähigere Version des Akkus zu entwickeln, mit dem tatsächlich bereits Smart-Home-Geräte betrieben werden können. Die Forschungsergebnisse wurden auf ACS Energy Letters veröffentlicht. (red, 10.11.2016)

  • Der Akku der Forscher der Vanderbilt University kann aus Schrottplatzmaterialien und Haushaltschemikalien hergestellt werden.
    foto: pint lab / vanderbilt university

    Der Akku der Forscher der Vanderbilt University kann aus Schrottplatzmaterialien und Haushaltschemikalien hergestellt werden.

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