Amnesty wirft irakischen Soldaten Folterungen und Mord bei Mossul vor

10. November 2016, 07:43
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Menschenrechtsorganisation fordert unabhängige Untersuchung

Bagdad – Irakische Sicherheitskräfte sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mehrere Personen nahe Mosul (Mossul) hingerichtet haben. Bewaffnete Männer in staatlichen Polizeiuniformen hätten bis zu sechs Menschen kaltblütig erschossen und vorher teilweise gefoltert, berichtete Amnesty am Donnerstag.

Die Sicherheitskräfte hätten den Opfern Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen. "Die irakischen Behörden müssen umgehend gründliche und unabhängige Untersuchungen dieser Vorfälle durchführen", forderte die stellvertretende Direktorin des Amnesty Büros in Beirut, Lynn Maalouf. Sie fürchtet, dass sich ähnliche Vorfälle im Zuge der Offensive auf die IS-Hochburg Mosul wiederholen könnten. Hinrichtungen dieser Art verstießen gegen internationales Recht.

Nach Informationen von Amnesty hätten sich die Vorfälle südlich von Mossul ereignet. Mehrere Bewohner befreiter Orte seien teilweise gefesselt und mit Gewehrkolben geschlagen worden, bevor einige erschossen worden seien. Über ähnliche Vorfälle durch irakische Sicherheitskräfte hatte die Menschenrechtsorganisation bereits im Mai diesen Jahres bei der Befreiung von Falluja berichtet. (APA, 10.11.2016)

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