Siemens plant Börsengang für Medizintechnikgeschäft

10. November 2016, 10:03
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Die Sparte Healthineers ist der profitabelste Industriebereich des Mischkonzerns – Aktie nach Quartalszahlen auf 16-Jahreshoch

München – Siemens will sein Medizintechnikgeschäft an die Börse bringen. "Die Börsennotierung ist jetzt der nächste Schritt, Siemens Healthineers innerhalb von Siemens für die Zukunft weiter zu stärken", erklärte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag. Die hochprofitable Sparte mit dem Namen Healthineers hat Siemens intern bereits ausgegliedert. Kaeser will offenbar zunächst eine Mehrheit behalten.

Der Zeitplan und der Umfang der Börsennotiz blieb vorerst offen. Die Details hingen auch vom Börsenumfeld ab, hieß es. Die Healthineers setzten im vergangenen Geschäftsjahr (zum Ende September) 13,5 Mrd. Euro um und erwirtschafteten eine operative Marge von gut 17 Prozent, so viel wie kein anderer Industriebereich bei Siemens.

Umsatzzuwachs erwartet

Für seine Gesamtgeschäfte lässt sich Kaeser weder vom Ausgang der US-Wahl, dem anstehenden Brexit noch der schwachen Branchenkonjunktur einschüchtern. Für das neue Geschäftsjahr 2016/17 rechnet er mit einem leichten Umsatzplus, wachsenden Auftragsbüchern und einem leichten Gewinnzuwachs. Das Ergebnis je Aktie, das zuletzt bei 6,74 Euro lag, werde 2016/17 zwischen 6,80 und 7,20 Euro liegen. Die Marge im industriellen Geschäft solle 10,5 bis 11,5 Prozent erreichen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Siemens knapp 80 Mrd. Euro eingenommen, um 5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft stagnierte in etwa bei 5,4 Mrd. Euro. Kaeser äußerte sich zufrieden. "Das abgelaufene Geschäftsjahr war eines der stärksten in der Geschichte unseres Hauses, ohne Berücksichtigung von Beteiligungsverkäufen sogar das beste." Die Aktionäre sollen etwas mehr Gewinnbeteiligung bekommen, die Dividende will Siemens um zehn Cent auf 3,60 Euro je Aktie anheben.

Aktie auf 16-Jahreshoch

Die Freude der Anleger über den Gewinnanstieg hat die Siemens-Aktien am Donnerstag auf ein Sechzehn-Jahreshoch getrieben. Die Papiere kletterten um bis zu 4,7 Prozent auf 109,40 Euro. Damit lagen sie an der Spitze der Gewinner im Leitindex Dax und so hoch wie seit September 2000 nicht mehr.

"Siemens bleibt auf Expansionskurs", kommentierten die Analysten der LBBW. Trotz konjunktureller Risiken würden die Chancen auf steigende Gewinne des Konzerns überwiegen. Auch der vorsichtig optimistische Ausblick auf 2017 deute auf ein leichtes Ergebnisplus hin. Siemens werde auch im kommenden Jahr von seinen Restrukturierungsmaßnahmen profitieren, hieß es aus der DZ Bank. Und zu dem geplanten Börsengang des Medizintechnikgeschäfts meint die UBS: "Das könnte dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen." (APA, Reuters, 10.11.2016)

  • Die Medizintechniksparte von Siemens wurde bereits ausgegliedert.
    foto: michaela rehle / reuters

    Die Medizintechniksparte von Siemens wurde bereits ausgegliedert.

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