Kalifornien stimmte über Kondompflicht und Todesstrafe ab

9. November 2016, 18:54
128 Postings

Pornoindustrie drohte, Produktion in Nachbarstaaten zu vleregen

Washington – Die Pornofilm-Industrie hat bei den Wahlen in Kalifornien einen Sieg davongetragen. Ein Referendum, das Porno-Darstellern vorgeschrieben hätte, bei den Dreharbeiten Kondome zu tragen, ist nach Auszählung der Stimmen am Mittwoch abgelehnt worden. Die Befürworter wollten mit den strikteren Auflagen einen besseren Gesundheitsschutz erwirken.

Die Filmstudios wehrten sich gegen die Kondom-Pflicht. Die Produzenten würden Drehs ohne Kondome vorziehen, weil das von den Kunden so gewünscht werde, heißt es in der Branche. Firmen hatten damit gedroht, ihr Produktion in Nachbarstaaten zu verlegen.

Die meisten amerikanischen Sexfilme werden im Großraum Los Angeles gedreht. Bisher überwacht die Pornoindustrie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter selbst und lässt die Akteure auf HIV und andere Erreger untersuchen.

Todesstrafe bleibt

In Kalifornien sollen nach dem Votum der Wähler auch künftig Hinrichtungen stattfinden. Der Volksentscheid "Prop 62" zur Abschaffung der Todesstrafe wurde von der Mehrheit der Wähler abgelehnt, wie am Mittwoch nach Auszählung der meisten Stimmen bekannt wurde. Derzeit sitzen 749 Gefängnisinsassen, darunter 21 Frauen, an der US-Westküste im Todestrakt.

Ihre Strafe sollte nach der Initiative der Todesstrafengegner in lebenslängliche Haft ohne Freilassung auf Bewährung umgewandelt werden. Bereits bei den Wahlen vor vier Jahren stand die Abschaffung der Höchststrafe als Volksentscheid auf dem Stimmzettel, bekam aber auch damals keine Mehrheit.

Auch im US-Staat Nebraska punkteten die Befürworter der Todesstrafe. Dort stimmten die Wähler für die Wiedereinführung der Höchststrafe. 2015 hatte der US-Bundesstaat die Todesstrafe per Parlamentsentscheid abgeschafft. Dieser Entschluss wurde nun mit der Volksabstimmung rückgängig gemacht. In insgesamt 19 US-Staaten sind Hinrichtungen untersagt.

Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1978 wurden in Kalifornien 13 Menschen hingerichtet. Seit 2006 gibt es einen vorläufigen Hinrichtungsstopp, nachdem ein Bundesrichter befand, dass Todesspritzen möglicherweise verfassungswidrig seien. (APA, dpa, 9.11.2016)

Share if you care.