Ariane 6: Zweite Finanztranche für neue Trägerrakete freigegeben

9. November 2016, 18:04
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Nachfolgerin der Ariane 5 soll pro Kilogramm Fracht bis zu 50 Prozent günstiger sein

Paris – Die Entwicklung von Europas neuer Trägerrakete Ariane 6 geht in die nächste Phase. Die europäische Raumfahrtagentur ESA und Hersteller Airbus Safran Launchers (ASL) unterzeichneten am Mittwoch in Paris einen Vertrag, der das Programm bestätigt und die zweite Finanztranche von 1,7 Milliarden Euro freigibt.

Dies sei ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der nächsten europäischen Raketen-Generation, sagte ESA-Chef Jan Wörner. Die Nachfolgerin der Ariane 5 soll pro Kilogramm Fracht bis zu 50 Prozent günstiger sein. Ziel ist es, so die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weltraumindustrie gegenüber neuen Konkurrenten wie dem amerikanischen Unternehmen SpaceX zu sichern. Außerdem will Europa seinen eigenen Zugang zum All sichern. Der erste Flug ist für 2020 angesetzt.

Österreichische Beteiligung

Mit der Unterzeichnung stehen nun rund 2,4 Milliarden Euro öffentlicher Mittel für die Entwicklung der Ariane 6 zur Verfügung. 400 Millionen Euro steuert die Industrie bei. Auch Österreich ist am Bau der Ariane 6-Rakete beteiligt. Der Beitrag Österreichs wurde dazu im Vorjahr von bisher rund einer auf 26,2 Millionen Euro erhöht. Eines der an der Entwicklung und künftigen Produktion der neuen Rakete beteiligten österreichischen Unternehmen ist die Wiener Firma TTTech, die sich auf sicherheitskritische Netzwerklösungen spezialisiert hat. Auch die Steuerung der Ariane 6 soll auf Systemen von TTTech aufbauen.

Die ESA hatte den Entwicklungsauftrag im Sommer 2015 an ASL vergeben, das technische Konzept der Rakete wurde im vergangenen Juni bewilligt. In etwa drei Monaten solle nun die Herstellung zentraler Bauteile beginnen, die dann in Tests am Boden erprobt werden, sagte ASL-Chef Alain Charmeau. "Die Herstellung der ersten Rakete für den Flug wird 2018 beginnen." (APA, 9. 11. 2016)

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