Wilhelm-Exner-Medaille 2016 vergeben

9. November 2016, 16:26
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Emmanuelle Charpentier, Gero Miesenböck, Stefan Hell und Johann Eibl ausgezeichnet

Wien – Die heurige Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins ging an die französische Molekularbiologin Emmanuelle Charpentier, den österreichischen Neurowissenschafter Gero Miesenböck, den deutsche Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell und den Gründer der Immuno AG, Johann Eibl. Die Auszeichnung wird seit 1921 an "herausragende Wissenschafter und Forscher, welche die Wirtschaft direkt oder indirekt durch besondere wissenschaftliche Leistungen in hervorragender Weise gefördert haben", vergeben.

Die Ausgezeichneten

Emmanuelle Charpentier ist eine der Entwicklerinnen der biochemischen Methode Crispr/Cas9. Mit dieser "Gen-Schere" lassen sich sehr einfach genetische Veränderungen von Organismen durchführen. Die Molekularbiologin arbeitete von 2002 bis 2009 in Wien und ist seit kurzem Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin.

Gero Miesenböck gilt als einer der Begründer der Optogenetik, von der neue, fundamentale Kenntnisse über die komplizierten Funktionen des Gehirns erwartet werden. Nach einem Medizinstudium an der Uni Innsbruck, das er "sub auspiciis praesidentis" abschloss, absolvierte er Stationen am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York und der Yale University. 2007 wurde er als erster Nicht-Brite auf den Waynflete-Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Oxford berufen.

Der deutsch-rumänische Forscher Stefan Hell wurde 2014 gemeinsam mit seinen US-Kollegen Eric Betzig und William E. Moerner mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Sie entwickelten die hochauflösende Fluoreszenz-Mikroskopie, mit der sie die Grenzen der Lichtmikroskopie in den Nanobereich verschoben haben.

Der Chemiker Johann Eibl gründete 1953 mit zwei Partnern das "Österreichische Institut für Hämoderivate", aus dem die Immuno (später Baxter bzw. Baxalta bzw. Shire) als einer der weltweit führenden Anbieter für Plasmaprodukte und Impfstoffe hervorging. Eibl war auch für die Forschungsagenden des Unternehmens zuständig. (APA, 9. 11. 2016)

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